Der Leitzinsentscheid vom 1. August 2013

Der Leitzinsentscheid vom 1. August 2013Heute hat der EZB-Rat in seiner Sitzung in Frankfurt die weichen für die Geldpolitik der EU gestellt und den Leitzins unverändert bei 0,50% belassen. Dieser Wert hält sich jetzt schon einige Monate und ist eine Referenz für die unterschiedlichsten Finanzprodukte, wie Tagesgeld und Festgeld, aber auch Kredite.

Seit der Leitzins so niedrig ist, sind die Zinsen für Sparprodukte deutlich gefallen und schaffen es kaum noch den Kaufkraftverlust durch die Inflation auszugleichen. Auch im Bereich der Kredite gab es wenige, leichte Zinssenkungen zu verzeichnen.

Unterschiedliche Einschätzungen im Vorfeld der Entscheidung

Unterschiedliche EinschätzungenFür Sparer ist der Leitzinsentscheid von großer Bedeutung, denn das allgemeine Zinsniveau hängt von diesem Referenzzinssatz ab. Niemand wird sich Hoffnung auf eine Zinserhöhung gemacht haben, dafür waren die Aussagen einzelner Vertreter der Europäischen Zentralbank im Vorlauf zu deutlich und im Monatsbericht der EZB für Juli 2013 steht:„Der EZB-Rat geht davon aus, dass die EZB-Leitzinsen für längere Zeit auf dem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau bleiben werden. Diese Einschätzung beruht auf den auch mittelfristig insgesamt gedämpften Inflationsaussichten vor dem Hintergrund der verbreitet schwachen Realwirtschaft und der verhaltenen Geldmengenentwicklung“. Auch der Präsident der EZB, Mario Draghi, hatte kürzlich noch einmal bekräftigt: „Innerhalb ihres Mandats ist die EZB bereit, alles zu tun, um den Euro zu retten. Und glauben Sie mir – es wird reichen.“, sagt Draghi.

Damit war keine Besserung der Zinslage in Aussicht, allerdings gab es auch Stimmen, die für eine weitere Senkung des Leitzinses plädierten. So soll die EZB vonseiten des Internationalen Währungsfonds (IWF) aufgefordert worden sein, die Krise noch energischer zu bekämpfen und auch eine weitere Senkung des Leitzinses in Betracht zu ziehen.

Weder die Krise, noch weitere Leitzinssenkungen sind vom Tisch

Diese Stellungnahmen zeigen deutlich, dass für die Sparer noch lange kein Licht am Ende des (Niedrigzins-) Tunnels zu sehen ist. Aktuell kann der beflissene Sparer bei einer Neu- oder Wiederanlage seines Geldes lediglich eine Geldentwertung verhindern oder er muss auf riskantere Formen der Geldanlage setzen. Bei gleichbleibender Inflation kann der Sparer das aktuell mit Festgeldern mit Laufzeiten von 24 Monaten bewerkstelligen, wenn die EZB die Preissteigerung auch weiterhin unterhalb der 2,00% Marke halten kann. Auch das ist eine Ankündigung, die im Monatsbericht gegeben wird. Die Inflation für Juli 2013 wird mit 1,90% angegeben. Im Vormonat betrug sie 1,80%.

 Anlagestrategie für Tagesgeld und Festgeld

2013 den Gürtel enger schnallenAn der Anlagestrategie für Tagesgeld und Festgeld ändert die aktuelle Situation wenig. Es gilt, die aktuell besten Zinsen bei einer Wiederanlage zu nutzen, um einer Geldentwertung entgegenzusteuern und die Zeit der niedrigen Zinsen so gut wie möglich zu überstehen. Eine Investition in Anlageformen mit besseren Renditechancen bleibt vielen Anlegern mangels nötiger Fachkenntnisse verschlossen. Die beeindruckende Wirkung, die das billige Geld der Zentralbank an den Börsen verursacht, mag manchen Sparer locken, die sicheren Gefilde, die Geldmarktkonten bieten, zu verlassen. Aufgrund der damit verbundenen Risiken sollte diese Entscheidung aber nicht leichtfertig getroffen werden. Kreditnehmer sollten jetzt prüfen, ob sich eine Umschuldung aufgrund der gesunkenen Kreditzinsen lohnt.

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Hier schreibt Thomas Gödert

Online-Redakteur Finanzen. Arbeitet seit 2012 bei BergMedia.net. Thomas Gödert ist auch auf Google+ und Twitter aktiv.
Kategorie: Festgeld, Kredit, Tagesgeld

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