Wie gut wirken die Anleihekäufe 
Der Leitzinsentscheid vom 15. April 2015

Der Neubau der EZB in FrankfurtHeute hat der Rat der Europäischen Zentralbank auf seiner Sitzung in Frankfurt beschlossen, die Leitzinsen unverändert zu lassen. Im Januar hatte die EZB ein gigantisches Anleihekaufprogramm angekündigt und seit März kauft die EZB Wertpapiere von rund 60 Milliarden Euro im Monat. Es heißt jetzt abzuwarten, und auf eine positive Wirkung der Maßnahmen zu hoffen.


  • Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte: 0,05%
  • Zinssätze für die Spitzenrefinanzierungsfazilität: 0,30%
  • Einlagefazilität:-0,20%

Die Bedeutung der einzelnen Werte erklären wir in der Artikelserie zur Europäischen Zentralbank


Alle warten darauf, dass die Medizin endlich hilft

Die nächste GeldspritzeDie EZB wartet darauf, dass die Medizin, die sie der Eurozone verabreicht, endlich wirkt. Die Analogie zur Medizin bietet sich an. Schon lange bekommt der Patient keine Kopfschmerztablette mehr verabreicht und dazu lediglich Bettruhe verschrieben.

Nein, es geht ihm richtig schlecht! Es geht ihm schon lange schlecht. Die Wirtschaft der Eurozone liegt auf „Intensiv“ und hängt am Tropf  – Einige haben den Patienten schon aufgegeben. Nur einer nicht, Mario Draghi. Der hat beteuert, alles zu unternehmen, um den Patienten am Leben zu halten. Sozusagen der Hippokratische Eid der Notenbanker. Etliche Behandlungsmethoden sind fehlgeschlagen. Wer der EZB eher gewogen ist, würde sagen, dass es einfach mehr Zeit braucht, bis die Behandlung Erfolge zeigen kann. Kritik an den Behandlungsmethoden gab und gibt es viel. Die Anteilnahme könnte jedoch höher sein, denn wir stehen alle in einem engen Verhältnis zum Patienten.

Seit März 2015 hängt der Patient nicht einfach nur am Tropf. Er hat einen Venenzugang gelegt bekommen und wenn die Behandlung nicht bald anschlägt, dann fürchten die Experten das Schlimmste. Dann könnte der Patient auch noch eine richtige „Deflation“ bekommen. Langfristig! Das wäre gar nicht gut und zu vererben gibt es eher wenig.

Auf der Suche nach Anzeichen für eine Besserung der wirtschaftlichen Lage

Mario Draghi im März 2015Laut der europäischen Statistikbehörde „Eurostat“ wird die Inflation im März 2015 bei minus 0,10 Prozent liegen. Das ist erst noch eine Schätzung, aber die Tendenz der Entwicklung scheint zu stimmen. Noch immer leicht negativ, aber auf dem richtigen Weg. Eine weitere gute Nachricht ist die Meldung, dass die Unternehmen in der Eurozone leichter an Kredite gelangen und auch die Banken rechnen jetzt mit einer steigenden Nachfrage an Krediten. Das sind wichtige Marker für die Notenbanker, an denen der Erfolg der aktuellen Geldpolitik gemessen wird. Allen Unkenrufe zum Trotz, hatte die Zentralbank keine Probleme genügend Wertpapiere, wie etwa Staatsanleihen aufzukaufen. Auch wenn deutsche Banken sich hier verhaltener zeigen als die Kreditinstitute im Süden Europas. Vorerst scheint das Konzept aufzugehen!

Die Auswirkungen auf die Zinsen von Tagesgeld, Festgeld und Krediten

Die Geldflut der EZB zeigt auch weiterhin ihre Wirkung bei den Zinsen. In den vergangenen Wochen ist der Spitzenzinssatz für Tagesgeld noch einmal leicht gesunken. Festgeld mit den Laufzeiten von 12 und 24 Monaten zeigte sich eher stabil. Bei den Krediten profitieren die Kunden weiterhin von sehr niedrigen und weiterhin sinkenden Zinsen. Aktive Sparer können dank der immer noch niedrigen Inflation trotzdem noch eine Realrendite erwirtschaften. Dabei helfen Neukundenangebote, mit höheren Zinsen und einer Zinsgarantie von mehreren Monaten, die Rendite deutlich zu steigern. Im April 2015 dominieren die Neukundenangebote die oberen Plätze der Vergleichslisten.

Zinsbild für Tagesgeld und Festgeld

Bildquelle:

© helmutvogler – Fotolia.com; © ViennaFrame – Fotolia.com; © ECB European Central Bank

Hier schreibt Thomas Gödert

Online-Redakteur Finanzen. Arbeitet seit 2012 bei BergMedia.net. Thomas Gödert ist auch auf Google+ und Twitter aktiv.
Kategorie: Festgeld, Tagesgeld

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