Der Leitzinsentscheid vom 2. Oktober 2013

Die Geldpolitik der EurozoneHeute hat der EZB-Rat beschlossen, den Leitzins unverändert bei 0,50% zu belassen. Die geringe Teuerungsrate innerhalb der Eurozone erlaubt der Europäischen Zentralbank die Politik des billigen Geldes fortzusetzen und an der Forward Guidance, die Zinsen werden langfristig niedrig bleiben, festzuhalten. Was auf die Märkte beruhigend wirkt und die Folgen der Finanzkrise beheben soll, bedeutet für den Sparer eine geringe Rendite und für Kreditnehmer niedrige Kosten. Die Deutschen sind beflissene Sparer und dürfen sich ärgern.

 Weil der Leitzins jetzt schon seit Mai 2013 auf dem Rekordtief verharrt und auch noch länger niedrig bleiben wird, werden auch Sparer mit Zinsbindungen aus besseren (Zins-)Zeiten bei einer Wiederanlage ihres Geldes zu Mini-Zinsen investieren müssen, um wenigstens die Inflation auszugleichen. Dank sinkender Inflation in Deutschland ist das wieder möglich und die Angebote der Banken für Tagesgeld und Festgeld bleiben stabil. Bei den Festgeldern gab es kürzlich leichte Zinserhöhungen zu verzeichnen.

Entwicklung von Tagesgeld und Festgeld

Mit der richtigen Strategie ist der Sparer dauerhaft erfolgreichAktuell liegt der Spitzenzinssatz bei 1,50% p.a. für Tagesgeld. Zinserhöhungen gab es lediglich unterhalb dieses Wertes. Eine Verbesserung der Lage ist nicht zu erwarten. Das Verhältnis vom Spitzenzinssatz zur Inflation sollten Sparer im Auge halten um den Kaufkraftverlust auszugleichen. Die Investition in Tagesgeld wird nicht in erster Linie vom Zinssatz bestimmt. Es ist der Verwendungszweck des Geldes, das als Reserve für unerwartete Kosten dienen soll, der zum großen Teil den Sinn dieser Geldanlage ausmacht. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass es keinen Einbruch bei den angelegten Summen gibt und Sparer in andere Formen der Geldanlage flüchten.

Bei den Festgeldern liegt der Spitzenzinssatz für Laufzeiten von 2 Jahren aktuell bei 1,90% p.a. und folglich ist eine leichte Realrendite möglich. Immer noch gilt, dass lange Laufzeiten gemieden werden sollten, um die Minizinsen nicht dauerhaft festzuschreiben. Die Info-Grafik muss in diesem Fall langfristig verstanden werden. Wer vor einigen Jahren Festgelder mit langen Laufzeiten und ordentlichen Zinsen festgeschrieben hat, kann auch ein Zinstief besser überstehen. Das zeigt aber auch, dass für die Geldanlage ein Momentaufnahme des Marktgeschehens nicht ausreicht. Wer sich regelmäßig kümmert erzielt mit Sicherheit eine bessere Rendite.

Wissenswertes

hier sind noch mehr InformationenDie Geldpolitik der Europäischen Zentralbank hat direkten Einfluss auf die Renditen der Sparer. Wissenswertes zur EZB haben wir im Artikel: Aufgabe und Funktion der EZB zusammengefasst. Was unter dem Begriff „Forward Guidance“ zu verstehen ist, oder wie ihn die EZB verstanden wissen will, kann im Artikel: Der Leitzinsentscheid vom 5. September 2013 nachgelesen werden. Die Finanzkrise und ihre Folgen hat weitreichende Folgen für Sparer und Steuerzahler nach sich gezogen, die durch die Maßnahmen der Europäischen Zentralbank jetzt wieder in ordentliche Bahnen kommen sollen. Um solche Ereignisse zukünftig zu verhindern, wurde eine Europäische Bankenaufsicht ins Leben gerufen. Wissenswertes zu dieser neuen Organisation finden sich im Artikel:Neue Bankenaufsicht bei der EZB – Europaparlament erstreitet Kontrollrechte.

Bildquelle:

© bluedesign- Fotolia.com; © JiSIGN – Fotolia.com

Hier schreibt Thomas Gödert

Online-Redakteur Finanzen. Arbeitet seit 2012 bei BergMedia.net. Thomas Gödert ist auch auf Google+ und Twitter aktiv.
Kategorie: Festgeld, Tagesgeld

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.