Der Leitzinsentscheid vom 3. April 2014

Mario Draghi - Präsident der EZBDer Leitzins bleibt unverändert bei der Marke von 0,25%. Das hat der Rat der Europäischen Zentralbank heute auf seiner Sitzung beschlossen. Trotz niedriger Inflation in der Eurozone sieht die EZB die Währungsunion auf einem guten Kurs und rechnet mit einer Verbesserung der wirtschaftlichen Lage.

Die Marktlage für Tagesgeld und Festgeld

Aktuell zeigen sich die Zinsen für Tagesgeld und Festgeld stabiler als noch im März. Zuvor gab es regelmäßig leichte Zinssenkungen zu verzeichnen. Für Tagesgeld liegt der Spitzenzinssatz für Neukunden aktuell bei 1,40% gerechnet auf das Jahr. Neukundenangebote mit einer Zinsgarantie von mehreren Monaten dominieren die oberen Plätze in den Vergleichen. Das beste Angebot für Bestandskunden liegt bei 1,30% gerechnet auf das Jahr. Kurz vor dem jetzigen Leitzinsentscheid hat die 1822direkt ihre Zinsgarantie noch einmal verlängert. Die Tatsache, dass die Banken die Zinsen nicht gesenkt haben und auch die Zeiträume der Zinsgarantien nicht angepasst wurde, lässt die Hoffnung zu, dass die sich Zinsen für Tagesgeld vorerst auf diesem Niveau halten werden.
Wer auf Nummer sicher gehen möchte, erhält bei der Cortal Consors Bank mit 1,30% Zinsen p.a zwar nicht den besten Zins, hat dank der sehr langen Zinsgarantie von 12 Monaten aber die Sicherheit, das aktuelle Zinsniveau längerfristig festzuschreiben.
Die Entwicklung bei den Festgeldern zeigt sich freundlicher. Hier gab es jüngst sogar eine Zinserhöhung. Die österreichische VTB Direktbank spendierte ihren Kunden zu ihrem 3. Geburtstag eine Zinserhöhung. Für die Laufzeit von 12 Monaten liegt der höchste Zinssatz derzeit bei 1,75% gerechnet auf das Jahr und kommt von der französischen CA Consumer Finance S.A., einer Tochter der Credit Agricole. Für die Laufzeit von 24 Monaten kann der Sparer aktuell 1,95% Zinsen p.a. erwirtschaften. Das Angebot kommt von der VTB Direktbank. Ebenso für die Laufzeit von 36 Monaten hat dieser Anbieter aktuell die Nase vorn und belegt mit 2,20% Zinsen den 1. Platz im Vergleich.

Die niedrige Inflation – Segen oder Fluch?

Durch die Inflation entsteht dem Anleger ein Kaufkraftverlust.Die niedrige Inflation wirkt sich weiterhin positiv auf die mögliche Realrendite der Sparer aus. In Deutschland wird die Teuerungsrate für März 2014 mit lediglich 1,00% ausgewiesen. Das ist der niedrigste Wert seit August 2010. Im Februar betrug sie noch 1,20%.  Die Inflation in den Euroländern lag laut der Statistikbehörde Eurostat im März bei lediglich 0,50%. Spanien befindet sich aktuell in einer Phase der Deflation. Die Zentralbank geht davon aus, dass ein wirtschaftliches Vorankommen mit einer stabilen, leichten Inflation bei der Marke von rund 2,00% anzustreben sei. Da die Währungsunion aktuell weit von dieser Zielmarke entfernt ist, sehen viele die Zentralbank in der Pflicht auch geldpolitisch auf diesen Zustand zu reagieren. So zum Beispiel durch eine weitere Leitzinssenkung oder etwa durch Anleihekäufe durch die EZB.

Die niedrige Inflation wird nur kurzfristig die Interessen der Sparer bedienen, denn nur wenn sich die wirtschaftliche Lage Europas insgesamt verbessert, kann auch der Sparer profitieren. Was nützt die Rendite, wenn der Arbeitsplatz aufgrund eines wirtschaftlichen Einbruchs gefährdet ist? Offenbar sieht die Europäische Zentralbank die zukünftige Preisentwicklung aber auf einem guten Kurs und rechnet im Verlauf des Jahres mit einem Anstieg der Preise und sieht daher von weiteren Maßnahmen ab.
Sparer sollten deshalb eher auf stabile Verhältnisse hoffen, als auf eine sinkende Inflation und tatsächlich gibt es erstmals Wortmeldungen, die auf ein Ende der Niedrigzinsen hindeuten.

Wie lange lässt die Zinswende noch auf sich warten?

Sparschwein mit Logo der EurozoneDie Finanz- und die Staatsschuldenkrise hinterlassen bei den Sparern einen bitteren Beigeschmack! Die Zinsen sind im Keller und gezwungenermaßen musste die Strategie für Festgeld und Tagesgeld geändert werden. Das Ziel Zinsgewinne zu verbuchen wich dem Bestreben, den Kaufkraftverlust so gering wie möglich zu halten.

In den vergangenen Monaten blieb nach den Beschlüssen der EZB nur die Erkenntnis, dass der Leitzins auch auf lange Sicht sehr niedrig bleiben wird. Der Präsident der EZB, Mario Draghi hatte das mit Nachdruck klar gestellt. Von einer Trendwende kann auch jetzt noch nicht die Rede sein, aber immerhin berichtete das Nachrichtenmagazin FOCUS im Netz, im Bundesfinanzministerium rechne man zukünftig mit einer Anhebung des Leitzinses. Selbst die Verfechter einer lockeren Geldpolitik rechnen aufgrund der vorliegenden Daten nicht mit einer weiteren Senkung des Referenzzinssatzes, der auch die Zinsen für Produkte wie Tagesgeld, Festgeld und Konsumentenkredite maßgeblich beeinflusst. Die Prognosen sind noch nicht gut, jedoch besser als die Monate zuvor!

Bildquelle:

© Europäische Zentralbank; © M. Schuppich – Fotolia.com; © ullrich – Fotolia.com

Hier schreibt Thomas Gödert

Online-Redakteur Finanzen. Arbeitet seit 2012 bei BergMedia.net. Thomas Gödert ist auch auf Google+ und Twitter aktiv.
Kategorie: Festgeld, Tagesgeld

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