Der Leitzinsentscheid vom 4. Juli 2013

Leitzinsentscheid - Europäische ZentralbankZweimal im Monat tagt der EZB-Rat. Wie auch diesmal finden diese Sitzungen meistens in Frankfurt statt. Einmal im Monat trifft der Rat einen Leitzinsentscheid. Dieser Entscheid hat weitreichende Folgen, denn die geldpolitischen Entscheidungen der EZB beeinflussen die Entscheidungen der Banken und sind deshalb auch für Anleger, die mit Tagesgeld und Festgeld arbeiten, ein wichtiges Datum.

Das Ergebnis des Leitzinsentscheids vom 04.07.2013

Das Ergebnis der heutigen Sitzung hatte der EZB-Direktor Benoît Cœuré schon vorweggenommen und seine Äußerung, die er kürzlich in London verlauten ließ: „Es sollte keine Zweifel geben, dass ein Ende der lockeren Geldpolitik weit entfernt ist.“ hat sich heute bestätigt. Der Leitzins bleibt unverändert. Für Sparer verbindet sich damit die Hoffnung, dass auch die Zinsen auf dem Geldmarkt stabil bleiben und dass die Inflation nicht weiter anzieht.

Der Leitzins und seine Wirkung auf Sparprodukte

Der Leitzins der EZB beeinflusst die Zinsen der SparprodukteDer Leitzins dient den Banken als Referenz für die Zinsen, die sie ihren Kunden gewähren. Zu diesem Zinssatz können die Banken selbst Geld von der Europäischen Zentralbank leihen. Es macht daher aus Sicht der Banken wenig Sinn, den Kunden Zinsen zu bieten, die deutlich über dem Leitzins liegen. In den vergangenen Monaten hatte die EZB den Leitzins auf sehr niedrige 0,50 % gesenkt und bis heute auf diesem Rekordtief belassen. Die Zinsen für Sparprodukte sind dementsprechend gefallen und konnten zuletzt kaum noch den Verlust durch die Inflation ausgleichen. Die Meldungen über Zinssenkungen überschlugen sich. Erst Ende Juni gab es von Bankenseite leichte Zinserhöhungen. Das waren aber Anbieter, die sich mit ihren Angeboten eher im Zins-Mittelfeld befanden.

Die Aufgaben der Europäischen Zentralbank

Viele sehen es als als die wichtigste Aufgabe der Europäischen Zentralbank an, die konjunkturelle Entwicklung in Europa positiv zu beeinflussen und für stabile Preise zu sorgen. Sie hat aber auch noch weitere Aufgaben, wie die Ausgabe des Euro-Papiergeldes oder ganz allgemein, die Versorgung der Volkswirtschaften mit Geld. Auch die Währungsreserven der Mitgliedsstaaten werden von der EZB verwaltet.

Wer entscheidet da eigentlich?

Mario Draghi - Präsident der EZB

Der Präsident der EZB – Mario Draghi

Der EZB-Rat setzt sich aus den sechs Mitgliedern des Direktoriums und den 17 Präsidenten der nationalen Zentralbanken der 17 Mitgliedstaaten des Euroraums zusammen.

Der Präsident der EZB ist der Italiener Mario Draghi. Er bekleidet das Amt seit November 2011. Der Professor für Wirtschaftswissenschaften kann in seinem Lebenslauf beachtliche Stationen vorweisen. Er war Exekutivdirektor der Weltbank und Generaldirektor des italienischen Finanzministeriums. Die Stationen offenbaren das geballte Expertenwissen, das sich in dieser Person versammelt, trotzdem wird der Präsident der EZB gerade in letzter Zeit hart für seine Geldpolitik kritisiert, da die Entscheidungen nicht die beabsichtigte Wirkung zeigten. Die konjunkturelle Entwicklung lässt sich aber schließlich nicht per Knopfdruck einschalten, sondern hängt von zahlreichen Faktoren ab und wird von den Handlungen vieler Entscheider beeinflusst.  Eine Liste mit den weiteren Mitgliedern des Rats findet sich auf der Internetseite der EZB.

Bildquelle:

© VRD – Fotolia.com; © www.ecb.int

Hier schreibt Thomas Gödert

Online-Redakteur Finanzen. Arbeitet seit 2012 bei BergMedia.net. Thomas Gödert ist auch auf Google+ und Twitter aktiv.
Kategorie: Festgeld, Tagesgeld

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.