Der Leitzinsentscheid vom 5.Dezember 2013

Die Europa FlaggeVergangene Woche hat der Rat der Europäischen Zentralbank über den Leitzins entschieden. Der Leitzins bleibt auf dem Niveau von 0,25%. Am 14. Dezember 2012 lag der Leitzins auch bei lediglich 1,00%. Die Politik des billigen Geldes begleitet die Sparer jetzt schon seit langer Zeit und die Zinsen, die Banken den Kunden gewähren, sind seitdem kontinuierlich gesunken. 

Welche Auswirkungen hat der Beschluss für die Geldanlage mit Tagesgeld und Festgeld?

Die Tatsache, dass die Zentralbank in diesem Monat keine weiteren Maßnahmen für nötig hält, entspannt die Lage für den Sparer vorerst. Das heißt aber nicht, dass es in der nächsten Zeit keine Zinssenkungen geben wird. Nach dem letzten Leitzinsentscheid hat es eine Weile gedauert, bis die Banken reagierten und die Zinsen nach unten angepasst haben. Wer aktuell auf der Suche nach einem Tagesgeldkonto ist, kann mit Angeboten die eine Zinsgarantie bieten auch über längere Zeiträume hinweg wenigstens das jetzige Zinsniveau festschreiben. Für Gelder, die in naher Zukunft nicht unbedingt gebraucht werden, ist deshalb auch Festgeld mit kurzen Laufzeiten eine Option, um das aktuelle Zinstief so gut wie möglich abzufedern. Im Vorfeld des Entscheids wurde über verschiedene Maßnahmen diskutiert, die der Zentralbank jetzt noch offen stehen. Eine weitere Senkung des Leitzinses hatte dabei kaum ein Experte im Blick. Allerdings steht zur Debatte, dass die Banken einen „Strafzins“ für Gelder zahlen sollen, die sie bei der Zentralbank parken. Das soll die Bereitschaft und das Engagement der Banken erhöhen, Kredite an Unternehmen zu vergeben und somit die wirtschaftliche Entwicklung in der Eurozone anzukurbeln. Der schleppenden Vergabe von Krediten entgegenzuwirken ist erklärtes Ziel der Zentralbank. Auch weitere Maßnahmen, mit dem gleichen Ziel im Blick, wurden diskutiert. Die Information, die der Sparer aus dieser Diskussion mitnehmen kann, ist die Tatsache, dass es auch in Zukunft keine Entspannung der Lage und deshalb keine besseren Zinsen geben wird.

Die Überwindung der Euro-Krise macht den Sparern zu schaffen

Das ist ärgerlich!Von anderer Seite gibt es dazu auch schärfere Töne zu hören. Es wird von kalter Enteignung der Sparer gesprochen. Das weist der Präsidenten der Deutschen Bundesbank allerdings zurück.Der Sparer hat ja auch noch Alternativen und müsse sich nicht mit den geringen Zinsen abfinden. Trotzdem liest man, die Sparer zahlen die Zeche, die Verursacher hingegen machen weiter wie bisher und das billige Geld der Zentralbank führt lediglich an der Börse zu Höchstwerten. Auch das nicht ohne Folgen. Besorgte Beobachter befürchten schon die nächste Finanzblase. Derweil flüchten die Bürger massenhaft in Immobilien, weil das als sichere und beständige Form der Geldanlage gilt. Selbst Zeitschriften, die sonst eher die Bilder sprechen lassen, schreiben jetzt davon, dass man in Immobilien machen soll. Die Zinsen für Kredite sind aktuell günstig, allerdings haben die Immobilienpreise aufgrund der hohen Nachfrage zugelegt. Wer sich bei dieser sicheren Form der Geldanlage verhoben hat, werden wir in ein paar Jahren erfahren. Dann wird interessant sein, wie viele sich übernommen haben. Auf der Gewinnerseite sehen Kritiker auch die verschuldeten Staaten. Die stetige Inflation, die sich die EZB zum dauerhaften Ziel erklärt hat, macht die Schuldenlast erträglicher. Sie wird dank der stetigen Geldentwertung geringer. An dieser Stelle werfen Kritiker dann gerne ein, der Staat habe ja allein schon deshalb kein Interesse, sich für Änderungen und damit für die Sparer einzusetzen. Das Schreckgespenst der Deflation, das genau das Gegenteil bewirken würde, hat die Europäische Zentralbank im November zum Handeln gezwungen und der Leitzins wurde erneut gesenkt. Es fällt schwer sich für die Argumente der einen oder der anderen Seite zu entscheiden, wenn so viele hochkarätige Politiker, Ökonomen und Publizisten zu einem Thema Stellung beziehen.

Fazit: Die Überwindung der Euro-Krise macht den Sparern zu schaffen! Diese These kann jeder leicht überprüfen, wenn er die Meldungen zu den Zinssenkungen auf dieser Seite verfolgt. Bleibt zu hoffen, dass die Alternativen, die den Bürgern jetzt noch offen stehen, nicht Immobilienkrise und Börsenblase heißen.

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Hier schreibt Thomas Gödert

Online-Redakteur Finanzen. Arbeitet seit 2012 bei BergMedia.net. Thomas Gödert ist auch auf Google+ und Twitter aktiv.
Kategorie: Festgeld, Kredit, Tagesgeld

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