Der Leitzinsentscheid vom 6. Februar 2014

Wie stabil ist der Euro?Heute hat der Rat der Europäischen Zentralbank in Frankfurt über den Leitzins entschieden. Dabei wurde beschlossen, den Leitzins auf dem jetzigen Niveau von 0,25%  zu belassen. Eine Senkung zeigt natürlich auch seine Wirkung auf Tages- und Festgelder. Die Sparer können demnach kurz aufatmen!

Im Vorfeld gab es allerdings wieder eine Diskussion, ob der Leitzins diesen Monat gesenkt werden müsse. Oder doch erst im März? Die Diskussion ist noch nicht vom Tisch und wir dürfen gespannt sein, was demnächst ansteht.

Es gibt viele unterschiedliche Interessen in Bezug auf die Geldpolitik der EZB

Die Währungsunion ist immer noch dabei die Folgen der Finanzkrise zu bewältigen und die Europäische Zentralbank spielt dabei eine gewichtige Rolle, denn durch die Maßnahmen der Zentralbank soll das Wirtschaftswachstum angekurbelt werden. Dafür gibt es einige Kennzahlen, die herangezogen werden können. Das ist zum Beispiel die Kreditvergabe an die Wirtschaft. Der sehr niedrige Leitzins sollte die Kreditvergabe ankurbeln, allerdings zeigen die Statistiken schon seit geraumer Zeit, dass die Banken Kredite eher verhalten vergeben und auch die Nachfrage seitens der Unternehmen ist rückläufig. Auch die Inflation wird als Indikator für Wachstum gesehen. Die Inflationsrate für Deutschland wird für Januar 2014 mit 1,30% angegeben und ist wieder leicht gesunken. Auch die Inflationsrate der Eurozone liegt im Januar 2014 mit 0,70% deutlich unter der Zielmarke der Zentralbank. Im Sinne der Preisniveaustabilität hat sich die EZB vorgenommen, einen Wert nahe bei 2,00% zu erreichen.Ja oder nein? Im Vorfeld der Sitzung des EZB-Rats ist deshalb oft zu lesen, die EZB sei angesichts der aktuellen Entwicklung zum Handeln verpflichtet und müsse den Leitzins erneut senken. Etwa um die Gefahren einer Deflation abzuwehren. Andere halten bei gleicher Datenlage einen weiteren Eingriff der Zentralbank für übertrieben und bezweifeln, dass eine weitere Senkung des Leitzinses zu den gewünschten Ergebnissen führen werde.

Immer wenn es um komplexe Systeme und deren Steuerung geht, gibt es unterschiedliche Meinungen, wie etwas zu erreichen ist. Aber es geht auch um Interessen und die Vertreter der einzelnen Interessengruppen setzen sich natürlich für die Wahrung ihrer Interessen ein. So überrascht es kaum, das Vertreter der Deutschen Bank, der Commerzbank oder von Goldman Sachs auf eine Leitzinssenkung drängen. Die niedrigen Leitzinsen haben in den vergangenen Monaten die Börsen befeuert und den DAX auf Rekordwerte klettern lassen. Eine Abkehr von der Politik des billigen Geldes, oder auch schon die Befürchtung das so etwas kommen könnte, führt an den Börsen zu Verunsicherungen und die Kurse sinken. Gegen eine Leitzinssenkung spricht sich ein Vertreter der Allianz aus. Auch das ist kaum verwunderlich, denn die Versicherungen haben aufgrund der niedrigen Zinsen Probleme eine ordentliche Rendite zu erwirtschaften. Die Versicherungen dürfen nur einen Teil der Einlagen ihrer Kunden an der Börse investieren und profitieren deshalb nicht von der Börsen-Rallye. Gute Gründe, gegen eine Senkung des Leitzinses zu argumentieren.
Damit ist aber noch nicht Schluss im Interessengemenge um den Leitzins. Auch die einzelnen Länder, die auch ein Stimmrecht im EZB-Rat haben und letztendlich über die Geldpolitik bestimmen, haben unterschiedliche Interessen. Das liegt an den unterschiedlichen Verläufen der Konjunktur in den einzelnen Ländern der Eurozone. Während für den Norden Europas, mit einer anziehenden Konjunktur, ein Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes möglich wäre, kämpfen die südlichen Staaten noch immer gegen die Rezession an und diese sind auch weiterhin auf das billige Geld der EZB angewiesen. Aufgrund der Mehrheitsverhältnisse dieser Mitglieder  im Rat ist ein Wandel in der Geldpolitik der EZB nicht zu erwarten.

Entwicklungen beim Tagesgeld und Festgeld

Wie stehen die Zinsen aktuell?Solange der Leitzins niedrig bleibt, werden auch die Zinsen für Tagesgeld und Festgeld sich nicht erholen und lediglich bei den Krediten sind leichte Zinssenkungen zu verzeichnen. Die niedrige Inflation, die den Notenbankern sorge bereitet, spielt dem Sparer allerdings in die Hände. Durch den geringen Kaufkraftverlust kann der Sparer auch jetzt noch eine kleine Realrendite erwirtschaften. Der Markt hält aktuell nicht nur schlechte Nachrichten für den Sparer bereit. Im Bereich der Festgeld-Anlage gibt es durch den Marktstart von Crédit Agricole Consumer Finance S.A. und Klarna AB Einlagenservice Zinsen, die zum Teil deutlich über den etablierten Festgeld-Anbietern liegen und jetzt die Vergleiche anführen. Beim Tagesgeld sticht das Angebot der Cortal Consors Bank mit seiner 12-monatigen Zinsgarantie heraus. Wer auf fallende Zinsen spekuliert, sollte auch dieses Neukundenangebot nicht außer Acht lassen.

Fazit

In absehbarer Zukunft wird es keine Erholung der Zinsen für Tagesgeld und Festgeld geben. Darauf sollten Sparer sich einstellen! Wer auch weiterhin auf die kleinen Veränderungen auf dem Markt reagiert und sein Geld den Anbietern mit den besten Zinsen auf dem Markt anvertraut, hat die besten Chancen ohne Verluste durch diese Niedrigzinsphase zu gehen. Kreditnehmer hingegen können von den niedrigen Zinsen profitieren. Wer alte Verträge hat, sollte prüfen, ob er durch eine Umschuldung unterm Strich etwas sparen kann.

 

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Hier schreibt Thomas Gödert

Online-Redakteur Finanzen. Arbeitet seit 2012 bei BergMedia.net. Thomas Gödert ist auch auf Google+ und Twitter aktiv.
Kategorie: Festgeld, Kredit, Tagesgeld

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