Der Leitzinsentscheid vom 6. Juni 2013

Leitzinsentscheid - Europäische ZentralbankHeute wurde, den Sparer wird es freuen, keine weitere Senkung des Leitzinses vom EZB-Rat beschlossen. Der Leitzins beharrt weiter auf dem historischen Tief von 0,50%. Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank erntet aber weiterhin Kritik. Die Leitzinssenkungen der Vergangenheit sollten die Folgen der Finanzkrise abmildern. Während die Zinsen für Tagesgeld und Festgeld weiter sinken, befeuert das billige Geld der Zentralbank aber vor allem die Börsen.

Mehr Kredite an Unternehmen, für die das Geld vor allem gedacht war, um die Wirtschaftliche Lage zu stabilisieren,  gibt es aber nicht oder nur in geringen Umfang. Der Ärger über die verfehlte Geldpolitik wächst, schließlich zahlen die Sparer und Steuerzahler die Zeche wenn die EZB es nicht bald schafft die Folgen der Schuldenkrise durch ihre Maßnahmen in den Griff zu bekommen. Dass die Wirtschaft in Europa in Gang kommt und die Banken krisensicher dastehen, kann aktuell nicht beurkundet werden. Aber der heutige Leitzinsentscheid ist ja noch kein Kurswechsel!

Was ist der Leitzins und welche Auswirkungen hat er für den privaten Bankkunden?

Der Leitzins ist ein Referenzzinssatz für Tagesgeld und Festgeld, aber auch für Kredite. Zu diesem Zinssatz können sich Banken Geld bei der Europäischen Zentralbank leihen. Ist der Leitzins niedrig, gewähren die Banken den Privatkunden auch weniger Zinsen für Tagesgeld und Festgeld, ebenso macht sich der niedrige Zinssatz bei den Krediten bemerkbar, denn die Banken können den Kunden günstigere Konditionen anbieten. Aktuell ist der Leitzins sehr niedrig und ist zuletzt am 02.05.2013 von 0,75% auf 0,50% gesenkt worden. Das hatte und hat natürlich Auswirkungen auf die Zinsen für Tagesgeld und Festgeld. Die Konditionen werden immer schlechter und erreichen zum Teil einen Punkt, an dem der Verbraucher kaum noch eine Realrendite erzielen kann. Unter Realrendite versteht man den Gewinn, der nach Abzug der Inflation und der Steuern von einer Geldanlage übrig bleibt. Die Inflation liegt aktuell bei 1,50%. Das aktuelle Top-Angebot für Tagesgeld liegt bei 1,65% p.a. und für Festgeld mit einer Laufzeit von 2 Jahren bei 2,00% p.a. (Stand:06.05.2013)

Kritik an der Geldpolitik der EZB

Leitzins sinkt abermals auf RekordtiefDer Vorwurf lautet, dass die EZB mit ihrer Null-Zins-Politik den Sparer und den Mittelstand indirekt zur Rettung maroder Banken und Staatshaushalte heranziehen. Währenddessen feiern die Börsianer den Höhenflug des DAX und die Sorgen werden lauter, ob sich da nicht schon wieder eine Investitionsblase bildet. Die Politik der EZB hätte dann das genaue Gegenteil erreicht, von dem was sie zuvor intendierte. Das Geld fließt nicht dahin, wo es soll. Wer sich verantwortungsvoll verhält, sein Geld beisammen hält und spart wird bestraft, weil das Geld unterm Strich weniger Kaufkraft besitzt. Auf der anderen Seite gibt es günstige Kredite und Anzeichen dafür, dass dank des billigen Geldes Investitionen genehmigt werden, die unter anderen Umständen keine Bewilligung bekommen hätten. Auch der Staat kann von der aktuellen Geldpolitik der EZB profitieren, wenn er Anleihen auf den Markt bringt, deren Zinsen unterhalb der Inflationsrate liegen. Verkehrte Welt!

Was kann der private Bankkunde unternehmen um sein Erspartes zu schützen?

Da gibt es nur eine Empfehlung! Er muss sein Geld so anlegen, das eine Realrendite nach Abzug der Inflation und der Steuer übrig bleibt. Da die Zinsen im Tagesgeldvergleich aktuell sehr niedrig sind, können nur wenige Anbieter einen Zinssatz anbieten, der dieses Kriterium erfüllt. Für Geldbeträge, die der Kunde als Reserve bereithalten möchte, ist Tagesgeld aber immer noch eine gute Wahl. Geldbeträge, die kurzfristig nicht benötigt werden können mit akzeptabler Rendite in Festgelder mit kürzeren Laufzeiten investiert werden. So hält der Kunde sich die Option offen, bei besseren Konditionen auch von diesen Angeboten profitieren zu können. Diese Einschätzung hatte die Redaktion schon nach dem letzten Leitzinsentscheid, als wir fragten: Ist Festgeld für Sparer das Gebot der Stunde? Bei größeren Vermögen und dem nötigen Wissen stehen natürlich auch Immobilien oder der Börsenhandel als Option offen. Die Sicherheit von Tagesgeld und Festgeld muss der Anleger dabei aber leider hinter sich lassen.

Bildquelle:

© VRD – Fotolia.com; © K.-U. Häßler – Fotolia.com

Hier schreibt Thomas Gödert

Online-Redakteur Finanzen. Arbeitet seit 2012 bei BergMedia.net. Thomas Gödert ist auch auf Google+ und Twitter aktiv.
Kategorie: Festgeld, Tagesgeld

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.