Der Leitzinsentscheid vom 9. Januar 2014

Die EurozoneHeute hat der Rat der Europäischen Zentralbank erneut über den Hauptrefinanzierungssatz - kurz Leitzins- für das Euro Währungsgebiet entschieden. Der Leitzins wurde dabei auf dem bisherigen Stand von 0,25% belassen und auch auf weitere Maßnahmen wurde verzichtet. Diese Entscheidung steht monatlich an und ist für Sparer und Kreditnehmer von Bedeutung, weil die Zinsentwicklung von Krediten aber auch von Tagesgeld und Festgeld maßgeblich von dessen Entwicklung abhängt. Im Jahr 2013 hat der niedrige Leitzins die Zinsen für Sparprodukte in den Keller geschickt und Meldungen über Zinssenkungen bestimmten langfristig den Markt.

Rückblick auf die Geldpolitischen Maßnahmen der EZB in 2013

Die Krise macht Europa zu schaffenIm Jahr 2013 hat die Europäische Zentralbank den Leitzins zweimal gesenkt. Im Mai 2013 von 0,75% auf 0,50% und dann November 2013 auf 0,25%. Seitdem beharrt der Leitzins auf diesem historischen Tiefststand. Europa bewältigt eine Finanzkrise und die Europäische Zentralbank, mit Mario Draghi an ihrer Spitze, arbeitet an der Bewältigung dieser Krise, mit den Mitteln, die einer Notenbank zur Verfügung stehen. Im Jahr 2013 hat die Zentralbank deshalb mehrfach an der Zinsschraube gedreht. Das sind konkrete geldpolitische Maßnahmen. Dank der niedrigen Leitzinsen können sich die Banken bei der Zentralbank günstig Geld leihen. Dieses Geld sollen die Banken als Kredite an die Wirtschaft und an Privatpersonen vergeben. Die erhofften Effekte sind mehr Investitionen und die Belebung des privaten Konsums, was sich wiederum positiv auf die gesamte Wirtschaftsentwicklung in der Eurozone auswirken soll. Das Jahr 2013 hat gezeigt, dass die Notenbank alleine die Krise nicht lösen kann, sie kann gegen lediglich versuchen die Entwicklung zu stützen und damit die Folgen der Krise zu lindern, die jetzt schon viele Jahre andauert. Anfang Januar 2014 hatte sich Mario Dragh in einem Interview mit dem Spiegel positiv zur Entwicklung geäußert. Ein Auseinanderbrechen der Eurozone sei gebannt und die Lage sei besser als man es erwarten konnte. Der Chef der Notenbank wehrte sich auch gegen Vorwürfe, seine Politik ginge zulasten der Sparer. Die Frage der Verantwortlichkeit ist sicher nicht einfach zu klären. Die Sparer müssen allerdings feststellen, dass die Zinsen, die sie bei den Banken erhalten drastisch gesunken sind und dass nach Abzug des Kaufkraftverlusts durch die Inflation und den Steuern kaum noch eine Realrendite möglich war. Auch die Belebung der Kredite an die Wirtschaft konnte die Notenbank nicht erreichen. Die EZB hat den Geldhahn weit aufgedreht, doch sie hat keine Kontrolle, wohin das Geld letztendlich fließt. Das landete vor allem an der Börse, während die Kredite der Banken an die Unternehmen immer weniger wurden. Am Ende des Jahres 2013 hatte die Zentralbank aufgrund der sinkenden Inflation ein weiteres Sorgenkind, denn eine der Aufgaben der Zentralbänker ist die Preisniveaustabilität. Dafür hat sich die EZB einen Marker bei rund 2,00% gesetzt. Aktuell liegt die Inflation bei 1,30% und deshalb sehen Experten schon wieder Handlungsbedarf aufseiten der Zentralbank. Schließlich ist das System auf Wachstum ausgerichtet und eine stabile Inflation ist ein Zeichen dafür. Niedrige Inflation oder gar Deflation sind Zeichen der Krise. Das braucht niemand, wir haben ja noch die Alte!

Ausblick auf die Zinsentwicklung bei Tagesgeld und Festgeld

Was bringt das Jahr 2014?Die Bilanz aus dem Jahr 2013 wirft ihre Schatten in das neue Jahr und damit auch auf die Zinsentwicklung bei Tagesgeld und Festgeld. Der Sparer kann erwarten, dass die Zinsen sich auch auf lange Sicht nicht erholen werden. Solange die Finanzkrise andauert und die Europäische Zentralbank an der Überwindung derselben arbeitet, müssen Sparer auf ihren Konten mit niedrigen Zinsen kalkulieren. Die Niedrigzinspolitik wird uns noch eine Weile begleiten. Die schwache wirtschaftliche Entwicklung ist wie eine zarte Pflanze und schon die Ankündigung einer weniger lockeren Geldpolitik kann ihr schaden. Und umgekehrt sorgte, eine langfristige Ankündigung zur Aufrechterhaltung der Niedrigzinspolitik in 2013 für Entspannung. Das zeigt, dass nicht nur die konkreten Maßnahmen der EZB eine Wirkung entfalten, sondern auch die Rhetorik, mit der die Entscheidung vorbereitet wird.

Fazit

Noch profitieren einige Sparer von älteren Verträgen mit höheren Zinsbindungen und waren deshalb noch nicht so massiv von den niedrigen Zinsen betroffen. Auch die niedrige Inflation, wenn sie auch für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung als Bremse anzusehen ist, hat den Sparern einen Vorteil gebracht. Im Verlauf des Jahres wird damit gerechnet, dass die Inflation wieder anzieht, während die Zinsen vorerst mickrig bleiben. Für 2013 lautete das Credo der Sparer, so wenig Kaufkraftverlust wie möglich zu erleiden und diese Strategie gilt es vorerst fortzusetzen. Mehr ist auch in naher Zukunft mit den sicheren Geldanlagen nicht zu erwirtschaften. Im Bereich der Tagesgeldkonten sind aufgrund der sinkenden Zinsen Angebote mit einer Zinsgarantie eine gute Wahl. Die Wirkung weiterer Zinssenkungen auf die Rendite kann verringert werden und der Vorteil, jederzeit auf sein Geld zugreifen zu können bleibt erhalten. Im Bereich der Festgelder ist bei einer Wiederanlage von längeren Anlagezeiträumen abzuraten. Kürzere Laufzeiten bei Festgeldern bieten im Vergleich zum Tagesgeld leicht höhere Zinsen. Diesen Vorteil kann der Sparer bei Geldern nutzen, die für die Dauer der Laufzeit nicht benötigt werden. Sich auf Dauer an niedrige Zinsen zu binden macht keinen Sinn!

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Hier schreibt Thomas Gödert

Online-Redakteur Finanzen. Arbeitet seit 2012 bei BergMedia.net. Thomas Gödert ist auch auf Google+ und Twitter aktiv.
Kategorie: Festgeld, Kredit, Tagesgeld

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