Studie der Bank of Scotland 
Ergebnisse aus dem Sparerkompass Deutschland 2015

Sparerkompass 2015Schon zum fünften Mal veröffentlicht die Bank of Scotland den Sparerkompass. Wir werfen in diesem Artikel einen Blick auf die Ergebnisse dieser Forsa-Studie aus dem Jahr 2015. Die eigene Geldanlage sollte jeder individuell planen, aber es schadet ja nicht zu schauen, was die Mitbürger so mit ihrem Geld anstellen.

Die Forsa-Studie „Sparerkompass Deutschland 2015“ verschafft dem neugierigen Sparer dabei gleich Einblicke in mehrere Teilbereiche, die eng mit dem Sparen und letztendlich mit einer hohen Rendite einhergehen.

Das sind zum einen die Sparkenntnisse, der Sparfleiß, die Sparziele, das Sparverhalten und nicht zuletzt die Kriterien für die Wahl der Geldanlage. Dafür wurden bundesweit mehr als 1.600 Personen befragt. » Die Studie „Sparerkompass 2015“ im Original herunterladen.

Deutschland ist (immer noch) das Land der Sparer

Tja, die Niedrigzinspolitik der EZB drückt schwer auf die Zinsen und die Zinsen machen aktuell keinen guten Eindruck, es sei denn man sucht einen Kredit. Diejenigen, die jetzt stetig verkünden, dass Sparen sich nicht mehr lohne und dass man deshalb dringend in Aktien gehen müsse, haben ihre Rechnung allerdings ohne die Inflation gemacht. Die muss bekanntlich vom Zinssatz abgezogen werden, damit die Realrendite ersichtlich wird. Und weil in der Vergangenheit nicht nur die Zinsen, sondern auch die Inflation immer hoch war, ist die Realrendite aktueller Tagesgeldkonten und Festgeldkonten gar nicht so schlecht. Am Besten stehen Sparer da, die zu Hochzinszeiten Festgelder mit langen Laufzeiten abgeschlossen haben und zum Teil jetzt noch die hohen Zinsen auf ihrem Verrechnungskonto wiederfinden. Es sei ihnen gegönnt!

Der erfolgreiche Sparer darf sich aber nicht nur wegen seiner Rendite so nennen, sondern vor allem, weil er regelmäßig spart. Die Daten aus dem Sparerkompass 2015 der Bank of Scotland zeigen, dass die Deutschen sehr regelmäßig Geld zur Seite legen. Das macht uns schließlich zur Sparernation. Wer aus der Erhebung eine Lehre ziehen will, kann festhalten: Spare regelmäßig einen festen Betrag!

Sparerkompass 2015 - Sparbetrag

Wer regelmäßig Geld auf die hohe Kante legt, ist schon mal auf dem richtigen Weg. Aber schließlich knabbert die Inflation am Ersparten, und damit es nicht stetig an Kaufkraft verliert, muss das Geld natürlich vernünftig investiert werden. Eine hohe Rendite wünscht sich jeder, allerdings stehen bei der Geldanlage immer die Liquidität, die Rentabilität und die Sicherheit in einem Spannungsverhältnis. Hohe Rendite und hohe Sicherheit zugleich findet der Sparer nicht. Deshalb ist ein vernünftiger Mix der Geldanlagen sinnvoll. Für uns gehören Tagesgeld und Festgeld ganz selbstverständlich zu diesem Mix dazu. Diese Geldanlagen sind sicher und einfach zu handhaben.

Das Sparbuch ist nicht mehr zeitgemäßNicht so schön ist die Tatsache, dass das Sparbuch noch immer eine so hohe Verbreitung genießt, obwohl die Zinsen auf den Sparbüchern schon seit ewigen Zeiten im Keller sind. Da liegen die Befragten wohl richtig, wenn lediglich 5% antworten, dass sie sich sehr gut mit den Finanzen auskennen und lediglich weitere 29% sagen, dass sie sich gut auskennen. Unser Artikel: „Tagesgeld 2015: Warum das Sparbuch endlich aussortiert werden sollte“ hat also definitiv seine Daseinsberechtigung.
Sparerkompass 2015 - Anlageform
Allerdings hat das Tagesgeldkonto weiter zugelegt.Mehr als 49% der Befragten geben an, ein solches Konto zu besitzen. Keine Sensation, mag der Kritiker bemerken, allerdings leidet der Ruf des Tagesgeldkontos in Zeiten niedriger Zinsen. Genau das erleben wir gerade und deshalb ist der erneute Anstieg ein Zeichen dafür, dass die Sparer die Stärken dieses Produkts kennen und schätzen und ihm deshalb treu bleiben.
Sparerkompass 2015 - kriterien
Für die Deutschen ist die Sicherheit des eigenen Geldes das wichtigste Kriterium. Für 86% der Befragten ist das sogar das wichtigste Kriterium überhaupt. Durch die gesetzliche Einlagensicherung, bei der pro Sparer bis zu 100.000,- Euro abgesichert sind, kann Tagesgeld und Festgeld hier erneut punkten. Die Höhe der Rendite spielt nur für 30% eine Rolle! Ein wenig mehr Rendite könnten die Sparer mit Festgeld erreichen. Je länger der Sparer sein Geld fest anlegt, desto höher sind auch die Zinsen. Trotzdem führen nur 15% der Befragten ein Festgeldkonto. Ein Blick auf die Kriterien, die Sparer als wichtig erachten, zeigt, dass Festgeld in den meisten Punkten durchaus in die engere Wahl kommen sollte. Lediglich im Bezug auf die Flexibilität muss das Festgeld Abstriche machen. Naja, Festgeld muss ja nicht gleich mit der Laufzeit von 10 Jahren abgeschlossen werden. Es gibt Laufzeiten schon ab mehreren Monaten und die Zinsstaffeln sehen Laufzeiten von 12-120 Monaten vor. Mit ein wenig Planung sollte die höhere Rendite der Festgelder den Sparer doch auch überzeugen können.

Fazit zum Sparerkompass 2015

Der aktuelle Sparerkompass hat wieder interessante Ergebnisse geliefert, von denen dieser Artikel natürlich nur einen kleinen Ausschnitt wiedergibt. Ein Blick in das Original ist deshalb empfehlenswert.

Uns Deutschen wird oft bestätigt, dass wir eine Sparernation sind. Es bleibt aber immer der Makel, dass wir uns zu wenig mit anderen Formen der Geldanlage beschäftigen, die eine höhere Rendite ermöglichen und so natürlich Chancen verstreichen lassen. Der Anteil der Befragten, die Aktien besitzen ist zwar leicht gestiegen, ist mit 16% aber immer noch niedrig. Den Notgroschen an die Börse zu bringen, ist natürlich Quatsch, wer allerdings mehr Geld zur Verfügung hat, und das unverzinst auf dem Girokonto oder dem Sparbuch vergammeln lässt, muss sich Kritik gefallen lassen. Mehr Engagement für das eigene Geld kann nicht schaden, und wenn uns das nötige Wissen fehlt, dann sollten wir es uns halt aneignen. Es sagen doch alle, wir wären so fleißig! Das kann ja dann kein riesiges Problem sein!

Informationen zur Bank of Scotland

Die Bank of Scotland ist seit dem Jahr 2009 auf dem deutschen Markt aktiv und bietet ihren Kunden Tagesgelkonten aber auch Autokredite. Der Sitz der deutschen Niederlassung ist in Berlin. Dort betreuen rund 300 Mitarbeiter die deutschen Privatkunden.

Bildquelle:

© alswart – Fotolia.com; © Bank of Scotland;

Hier schreibt Thomas Gödert

Online-Redakteur Finanzen. Arbeitet seit 2012 bei BergMedia.net. Thomas Gödert ist auch auf Google+ und Twitter aktiv.
Kategorie: Depot, Festgeld, Tagesgeld

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