Finanztest: Immer noch große Abzocke bei den Dispozinsen auf dem Girokonto

Vorsicht KundeAm 20.08.2013 veröffentlichte die unabhängige Stiftung Warentest den alljährlichen Finanztest zum Thema Dispozinsen auf dem Girokonto. Das Resultat ist genauso alarmierend wie im letzten Jahr. Und das ist leider keine Überraschung. Doch es gibt auch Banken, die positiv auffallen. Vor einem Jahr wurde es von der Stiftung Warentest bereits moniert: Die Banken verlangen zum Teil extrem ungerechtfertigt hohe Zinsen auf den Dispo. Über 13 Prozent und mehr sind da eher die Regel als die Ausnahme!

Transparenz bei den Dispozinsen ist noch immer ungenügend

Aber nicht nur die Höhe der Überziehungszinsen ist im Fokus der Kritik, auch die Informationspolitik über den gerne genutzten Kurzzeitkredit ist und bleibt mangelhaft. Nicht wenige der überprüften Banken publizieren die Negativzinsen nur sehr versteckt, andere geben sie nicht einmal auf persönliche Nachfragen heraus. Im letzten Jahr bereits kündigte deswegen die Stiftung Warentest an, sich dieses Jahr nicht so einfach abspeisen zu lassen. Und tatsächlich schaffte man es dieses Jahr, viele der schwarzen Schafe durch intensive Recherchen, mit in den Test aufzunehmen. Dazu schickte man die Testkunden direkt zu den Banken, um die Auskunft zu erfragen, oder vom Aushang an der Bank schlichtweg abzuschreiben. Wenn Sie denn welche fanden. Die Stiftung Warentest forderte deshalb die Banken erneut auf, an der Transparenz ihrer Angebote unverzüglich zu erhöhen, da sonst eine staatliche Verordnung mittelfristig unvermeidlich wird.

Der Durchschnitt der Dispozinsen liegt in diesem Jahr bei 11,3 Prozent. Das ist erfreulicherweise leicht niedriger als im letzten Jahr. Doch in Anbetracht des niedrigen Zinsniveaus (Leitzins aktuell bei 0,50%) weiterhin vollkommen überzogen. Die Stiftung Warentest setzt den maximal verantwortlichen Zins auf unter 10 Prozent.


Aktuelle Dispozinsen von Girokonten im Vergleich

Datenstand: | Geldeingang/Monat : 1.200 € | Ø-Minus: 2.000 € | zum kompletten Vergleich »

Dispozins p.a. Kontoführungs-
gebühren p.a.
Dispokosten
pro Jahr
0,00 % PayCenter 107,88 € 0,00 € zum Anbieter »
5,99 % Fidor Bank 0,00 € -119,80 € zum Anbieter »
6,90 % DKB 0,00 € -138,00 € zum Anbieter »
6,99 % ING-DiBa 0,00 € -139,80 € zum Anbieter »
7,43 % 1822direkt 0,00 € -148,60 € zum Anbieter »
7,49 % Santander Bank 0,00 € -149,80 € zum Anbieter »
7,75 % Consorsbank 0,00 € -155,00 € zum Anbieter »
8,00 % netbank 0,00 € -160,00 € zum Anbieter »
8,90 % N26 0,00 € -178,00 € zum Anbieter »
8,95 % comdirect bank 0,00 € -179,00 € zum Anbieter »

Sparkassen und VR-Banken im ländlichen Raum sind besonders dreist

laendlichDas Ergebnis der Untersuchung ist vor allem eins: Die Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken in den ländlichen Regionen sind die eindeutigen Verlierer des Tests. Sie hatten oft die hohen Zinsen mit ihrem regionalen Status begründet, in Wahrheit ist dies jedoch schlichtweg eine Ausrede und unter der Berücksichtigung der aktuellen Marktlage sogar als dreiste Abzocke zu bezeichnen. Sie nutzen ihre zum Teil nahezu monopolistische Stellung im ländlichen Raum skrupellos aus.

Und mit Ausreden sind die Vorstände ebenfalls nicht verlegen. So verteidigte Commerzbank-Chef Blessing im Mai diesen Jahres den hohen Dispo noch damit, dass man damit eine erzieherische Wirkung erzielen wolle und bis zu 15 Prozent damit vollkommen gerechtfertigt seien.

Das kann man gegen die Abzocke unternehmen

Der erste Schritt im Kampf gegen die hohen Dispozinsen sollte ein Gang zur Bank sein. Hier sollten sich Verbraucher am besten schriftlich beschweren. Fruchtet dies nicht, sollte man den Banken die Gesetze des Marktes demonstrieren und ein neues Geldinstitut suchen! Dass es deutlich günstiger geht, beweisen die Testsieger der Untersuchung: Sie verlangen von ihren Kunden Überziehungszinsen von deutlich unter 6 Prozent!

Vergleichen und sparen

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Bildquelle:

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Hier schreibt Georg Hartmann

Georg Hartmann publiziert seit 2009 Fachinformationen zu Finanzthemen.
Kategorie: Girokonto

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