So stehen die Deutschen zum Sparen – Studien aus dem Jahr 2014

Das sind die Ergebnisse der UmfrageDas Sparbuch, die Lebensversicherung, der Bausparvertrag und Immobilien führen die Liste der häufigsten Geldanlagen an. Immerhin rangieren Tagesgeld mit 46%  und Festgeld mit einem Anteil von 35% auf guten Plätzen. Auf Aktien, verzinsliche Wertpapiere, Zertifikate und Gold setzten die Wenigsten. Der Deutsche mag es sicher!

Wer sich selbst Gedanken über die eigene Geldanlage macht, fragt sich natürlich auch, was die „Anderen“ so machen. Aber Vorsicht, die Intelligenz der Massen beinhaltet nicht automatisch den besten Weg für die eigene Entscheidung. Gerade Menschen teilen in der Masse auch Vorurteile, Ängste und Weisheiten aus längst vergangenen Tagen.

Für das Team von Bankenvergleich ist der Satz „Sparen auf dem Sparbuch ist gut und sicher“ so eine Weisheit aus längst vergangenen Tagen. Sicher ist hier nur der Kaufkraftverlust durch die Inflation. Das geht gar nicht! Tagesgeld und Festgeld sind garantiert besser verzinst, genau so sicher, dabei wirklich einfach zu handhaben und für jeden verständlich. Warum nutzen das im Verhältnis nur so wenige? Schwarmintelligenz scheint bei der Geldanlage nicht zu greifen?

Die folgenden Zahlen sind deshalb keine Aufforderung zum Nachmachen, sondern eher zum Nachdenken! Kürzlich hat die GFK im Auftrag vom Bankenverband eine Befragung durchführen lassen und jetzt die Ergebnisse veröffentlicht. Zudem gibt es Daten von der Gothaer Asset Management AG, die auch regelmäßig Befragungen in Auftrag gibt. Hinzu kommt der Sparerkompass der Bank of Scotland. Auch dieser Bericht kommt regelmäßig heraus und informiert über Entwicklungen und Beständigkeiten im Verhalten der deutschen Sparer. Aus diesen aktuellen Studien stellen wir einige Ergebnisse dar!

Welche Formen der Geldanlage nutzen die Deutschen?

Diese Geldanlagen nutzen die Deutschen 2014

Wie die Grafik zeigt, setzen die Deutschen bei der Geldanlage auf Sicherheit. Die wenigsten setzen auf spekulative Geldanlagen, wie Aktien, Fonds, Zertifikate oder Edelmetalle. Das gilt unabhängig vom Alter. Nicht wenige werfen dem heimischen Sparer vor, damit auch gleich auf eine ordentliche Rendite zu verzichten und bezeichnen die Deutschen als „Aktienmuffel“.

Privatanleger lassen sich Chancen auf Teilhabe an unternehmerischem Erfolg entgehen, wenn sie dem Kapitalmarkt fernbleiben. Soweit dies an mangelndem Wissen und Verständnis liegt, kann Aufklärung […] helfen, die Partizipationsrate allmählich zu erhöhen.Dr. Jens Weidmann – Präsident der Deutschen Bundesbank

Auch der Präsident der Bundesbank sieht für die Anleger mehr Möglichkeiten. An anderer Stelle betont aber auch er, dass man nur auf Produkte setzen sollte, die man versteht. Die niedrigen Zinsen, die auf dem Sparbuch ein Dauerzustand sind, treffen aber mittlerweile auch Tagesgeld, Festgeld und auch die Lebensversicherungen. Die Finanz- und Bankenkrise hat die Zinsen in den Keller rauschen lassen. Private Anleger können mit sicheren Anlageprodukten kaum noch eine Rendite erzielen und die Versicherer, die aufgrund gesetzlicher Regelungen nur beschränkt auf den Kapitalmärkten anlegen dürfen, haben Probleme die in Aussicht gestellten Zinsen auch auszuzahlen. Jetzt gerade musste die Politik den Versicherungen unter die Arme greifen und diese müssen jetzt nicht mehr den Garantiezins zahlen! Kein Wunder also, dass mehr als 63% der Befragten der Studie der Gothaer Asset Management AG angeben, sie seien mit den jetzigen Zinsen ihrer Geldanlage nicht zufrieden. Trotzdem, so fand diese Studie heraus, sind mehr als 90% der Befragten nicht gewillt, deshalb auf andere Anlageformen mit höherem Risiko und mehr Rendite umzusatteln. An erster Stelle steht die Sicherheit, dann Flexibilität und erst dann die Rendite. Der Sparerkompass 2014 der Bank of Scotland hat herausgefunden, dass viele ihr Sparbuch aus Gewohnheit nutzen! Das gaben immerhin 46% der Befragten so an. Die Sicherheit der Geldanlage war bei dieser Befragung nur für 12% der Grund für die Wahl des Sparbuchs. Die Klassiker der Geldanlage haben immer noch einen guten Ruf, scheinen aber oft nicht mehr zeitgemäß! Kein Wunder, dass Sparer auf der Suche nach sicheren Alternativen sind. Es wird spannend zu beobachten, ob die Zahlen sich in Zukunft in Richtung mehr Risiko und höherer Renditechancen ändern werden. Doch auch bei den einfachen und sicheren Anlageformen gibt es für viele Verbraucher noch Potenzial.

Wofür und wie Sparen die Deutschen

AUs diesen Gründen sparen die Deutschen
Die deutsche Sparkultur ist weltbekannt. Kein Wunder, dass auch ausländische Banken mit ihren Produkten auf dem deutschen Markt werben. Laut der Studie der Bank of Scotland sparen die meisten Geld an, um größere Ausgaben zu finanzieren. Gemeint sind Autos, Möbel und der Urlaub.  An zweiter Stelle steht hier die Altersvorsorge und dann kommt das Reservekapital für Notfälle. Bei der Umfrage des Bankenverbandes weichen die Angaben der Befragten davon ab. Hier gibt die Mehrzahl an, für Notfälle zu sparen, dann kommen die größeren Ausgaben und danach erst die Altersvorsorge.
Laut der Umfrage der Bank of Scotland haben die meisten Sparer zwischen 1.000,- Euro und 10.000,- Euro angespart. Diese Gruppe macht 33% der Befragten aus. 15% haben zwischen 10.000,- Euro und 25.000,- Euro angespart. 25% sogar 25.000,- Euro bis 50.000,- Euro. 11% der befragten haben noch höhere Beträge zur Verfügung. Die Ergebnisse des Bankenverbandes zeigen, dass die Mehrzahl der Sparer bis zu 100,- Euro pro Monat zur Seite legen. Unter den Erwerbstätigen legen beachtliche 12% sogar Beträge über 500,- Euro monatlich zur Seite.

So viel sparen die Deutschen monatlich
Ein weiteres Ergebnis der Studie des Bundesverbands deutscher Banken ist die Häufigkeit, mit der sich die Verbraucher um ihr Erspartes kümmern. Die Studie des Bankenverbandes hat den Fokus auf Senioren gerichtet und die kümmern sich sehr regelmäßig um ihr Geld. Immerhin geben 56% der Senioren an, sich regelmäßig zu kümmern. 23% machen das ab und zu und die wenigsten selten oder nie. Bei den Erwerbstätigen ist das Verhältnis gleich, allerdings scheinen die weniger Zeit dafür zu haben oder sie messen dem Thema weniger Bedeutung bei. Jedenfalls haben die Rentner die Nase vorn. In einer anderen Untersuchung wurde festgestellt, dass die Senioren auch die höhere Rendite im Depot erwirtschaften. Ein Senior ist demnach ein perfekter Ratgeber in Sachen Geldanlage. Jedenfalls rein statistisch! Trotzdem informieren sich die meisten Verbraucher über das Internet zum Thema Finanzen, wie die forsa für die Bank of Scotland herausgefunden hat. Erst dahinter rangiert der Bankberater. Auch Freunde und Verwandte sind häufige Ratgeber. Zeitschriften, Fachzeitschriften und das Fernsehen finden sich dagegen auf den hinteren Plätzen.

Daran kann der deutsche Sparer noch arbeiten!

Viele Deutsche haben größere Bargeldbestände zu Hause! Das ist weder besonders sicher, noch bringt es eine Rendite. Weiterhin haben viele Verbraucher höhere Summen ohne Zinsen auf dem Girokonto liegen. Auch hier fehlt die Rendite und der Kaufkraftverlust zeigt seine volle Wirkung. Laut den Ergebnissen der Bank of Scotland sind das immerhin 24%. Besser ist es, das Geld auf ein Tagesgeldkonto zu überweisen. Hier gibt es Zinsen und das Geld ist schnell wieder auf das Girokonto zurück überwiesen, wenn es gebraucht wird. Oft vergessen Verbraucher bei Tagesgeld und Festgeld den Freistellungsauftrag und zahlen so unnötig Steuern, was natürlich auch die Rendite schmälert. Bei den meisten Online-Banken lässt sich der Freistellungsauftrag innerhalb weniger Minuten über das Banking-Portal erstellen. Wer mehrere Sparkonten hat, kann die Freibeträge auch auf mehrere Konten aufteilen. Dabei ist darauf zu achten, dass die Freistellungsaufträge nicht automatisch mit dem Abzug des Geldes von einem Konto erlöschen oder wenn das Konto gekündigt wird. Die Freistellungsaufträge müssen immer separat gekündigt werden.

Quellen:

Seniorenstudie 2014 – eine GfK-Studie im Auftrag des Bundesverbands deutscher Banken

GoAM-Anlegerstudie 2014  – eine GfK-Studie im Auftrag der Gothaer Asset-Management (Leider nicht mehr online abzurufen – die Anlegerstudie 2015 finden Sie hier / bzw. 2016

Sparerkompass Deutschland 2014  – Eine forsa-Studie im Auftrag der Bank of Scotland

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Artikel: Cost of Cash Studie 2013: 12,5 Milliarden Euro pro Jahr kostet Bargeld in Deutschland
Artikel: Studie zum Anlageverhalten der Deutschen der Gothaer Asset Management AG
Artikel: Ergebnisse aus dem SchuldnerAtlas 2013
Artikel: Lieber kein Risiko eingehen – Bundesbürger verzichten aus Angst vor Verlusten gerne auf Rendite

Artikel: Ergebnisse aus dem iff-Überschuldungsreport 2014

Bildquelle:

© cirquedesprit – Fotolia.com; © bankenverband; © Bank of Scotland

Hier schreibt Thomas Gödert

Online-Redakteur Finanzen. Arbeitet seit 2012 bei BergMedia.net. Thomas Gödert ist auch auf Google+ und Twitter aktiv.
Kategorie: Festgeld, Tagesgeld

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