Studie zum Anlageverhalten der Deutschen der Gothaer Asset Management AG

Schon zum dritten Mal legt die Gothaer Asset Management AG eine repräsentative Studie über das Anlageverhalten deutscher Privatanleger vor. Die Studie wurde von der GfK Marktforschung Nürnberg durchgeführt. Im Februar 2013 wurden im Rahmen der Studie 1.057 Bundesbürger befragt.


Wer sich gerade um eine Geldanlage bemüht und nicht recht einschätzen kann, für welches Finanzprodukt er sich entscheiden soll, für den ist das Verhalten der Mitbürger eine gute Richtschnur. Was alle machen kann ja nicht ganz falsch sein?

So legen die Deutschen ihr Geld an

Das Sparbuch ist demnach immer noch der Klassiker unter den Sparprodukten! In anderen Umfragen wurde der Anteil des Sparbuchs sogar noch höher angegeben. Tagesgeld und Festgeld haben ebenso einen beachtlichen Stellenwert.
Viele Anleger setzen beim Sparen trotz schlechter Rendite noch auf das Sparbuch
Quelle: Gothaer Asset Management AG

Es fällt auf, dass nur wenige der Befragten, auf spekulative Finanzprodukte wie Fonds und Aktien setzen. Besonders sticht allerdings ins Auge, dass rund 30 % der Befragten überhaupt keine Geldanlage nutzen. Es ist in der Aufstellung nicht ersichtlich, ob die finanziellen Mittel dazu fehlen, oder ob es generell kein Interesse gibt, das Vermögen durch Zinsen zu erhöhen und das Geld ohne Zinsertrag auf dem Girokonto liegt.

Renditechancen der Geldanlagen

Meiden die Deutschen hohe Renditen?

Hält man dieser Aufstellung die Renditechancen entgegen, könnte man meinen, die Anleger würden die Anlageformen mit den höchsten Renditechancen regelrecht meiden. Tatsächlich gaben nur 11 Prozent der Befragten an, dass ihnen eine hohe Rendite wichtig sei. Natürlich spielen da auch noch andere Faktoren eine Rolle. Wer mit Fonds und Aktien handelt, der hat nicht nur hohe Chancen auf eine Rendite, sondern auch das Risiko Verluste zu machen. Diese Form der Geldanlage ist für die meisten Verbraucher schlicht nicht zu empfehlen, da das nötige Wissen für diese Finanzprodukte vorhanden sein muss, um überhaupt mit diesen Geldanlagen umgehen zu können und selbst jene, die das Wissen haben machen nicht immer nur Gewinne. Immobilien sind derzeit als Anlage sehr beliebt. So beliebt, dass mittlerweile schon vor zu hohen Preisen auf dem Markt gewarnt wird. Auch die Investition in eine Immobilie garantiert keine sichere Rendite und ohne Fachwissen kann eine teure Immobilie sich auch schon mal als dringender Sanierungsfall entpuppen.

Sicherheit vor Ertrag!

Tagesgeld bleibt für Privatanleger die erste Wahl

Tagesgeld bleibt für Privatanleger die erste Wahl: Passende Banken und Produkte finden Sie im Tagesgeld-Vergleich »

Das entspricht ganz den Angaben der Befragten. Mehr als 60 % geben an, dass die Sicherheit der Geldanlage an erster Stelle stehe. Deshalb ist es auch gut nachzuvollziehen, dass Normalverbraucher das Sparbuch, Tagesgeld und Festgeld als Geldanlage wählen. Diese Produkte sind sicher, dank der Einlagensicherungssysteme. Der hohe Anteil der Sparbücher ist aber wohl kaum dem Sicherheitsbedürfnis geschuldet. Darin unterscheidet sich ein Sparbuch nicht vom Tagesgeld- oder Festgeldkonto. Auch die 90% der Befragten, die angeben auch in Zukunft kein höheres Risiko bei der Geldanlage eingehen zu wollen, können daher auf Tagesgeld oder Festgeld setzen.

Tagesgeld und Festgeld bieten Sicherheit und akzeptable Zinsen

Viele nutzen das Sparbuch trotz Angst vor der Inflation

Aktuell gibt es allgemein niedrige Zinsen. Die Bemühungen der Europäischen Zentralbank, die Eurozone zu stabilisieren, indem sie durch den niedrigen Leitzins mehr Geld in das System bringt, haben dazu geführt, das Sparer sich derzeit mit geringen Renditen abfinden müssen. Deshalb ist der Unterschied beim Zinsniveau zwischen den Geldmarkkonten wie Tagesgeld oder Festgeld, im Vergleich zum Sparbuch aktuell gar nicht so groß. Der Entscheidende Unterschied ist aber, dass man mit Geldmarktkonten immer noch mehr Geld erwirtschaften kann, als durch den Kaufkraftverlust verloren geht. Das kann das Sparbuch nicht von sich behaupten. Wer sein Geld auf dem Sparbuch anlegt oder auf dem Girokonto liegen lässt, geht nach und nach ein Stück an Wert verloren. Beim Sparbuch profitiert lediglich die Bank, die fast ohne Gegenleistung mit dem Geld der Kunden arbeiten kann. Keine gute Wahl!
Deshalb ist es doch ein wenig verwunderlich, das 47% der Befragten angeben, dass sie einen schlechteren Lebensstandard durch die Inflation befürchten, aber ihr Erspartes nicht vor dem Kaufkraftverlust schützen, obwohl das leicht möglich wäre, ohne dem Bedürfnis nach Sicherheit nachzugeben.

Fazit

Die Zahlen vermitteln den Eindruck, dass viele Verbraucher den Geldanlagen Tagesgeld und Festgeld wenig Vertrauen entgegenbringen. Das ist ärgerlich. Zum einen vergeben die Verbraucher die Chance auf eine angemessenen Rendite, zum anderen wird ein Finanzprodukt nicht richtig wahrgenommen, dass in Transparenz und Fairness der Konditionen wirklich seinesgleichen sucht!

Bildquelle:

© determined – Fotolia.com © contrastwerkstatt – Fotolia.com

Hier schreibt Thomas Gödert

Online-Redakteur Finanzen. Arbeitet seit 2012 bei BergMedia.net. Thomas Gödert ist auch auf Google+ und Twitter aktiv.
Kategorie: Festgeld, Tagesgeld

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.