Aktien: Erst analysieren und dann (nicht) kaufen!

Wie kann ein Privatanleger die Aktienanylyse nutzen?Bei einer Anlage in Aktien gibt es zahlreiche Faktoren die eine Entscheidung beeinflussen. Kaufen, verkaufen oder halten? Wer hier aus dem Bauch heraus agiert, hat langfristig sicher nicht die beste Performance. Doch auf Basis welcher Informationen kann ein Privatanleger diese Entscheidung überhaupt treffen?

Die Aktienanalyse ist die solide Basis jeder Anlageentscheidung

Anleger stehen vor dem Problem, dass die Aktienkurse ständig in Bewegung sind. Die Einflüsse dafür sind zahlreich und letztlich kann niemand die zukünftige Kursentwicklung vorhersagen. Es bleibt ein Risiko, auch wenn die Analyse sorgfältig betrieben wurde! Die Konjunktur allgemein beeinflusst die Kursentwicklung, aber die Entwicklung eines Unternehmens hängt auch von der Innovationskraft, dem Management oder der Stärke der Mitbewerber ab. Jede Entscheidung für Kauf, Verkauf oder das Halten einer Aktie entscheidet über Gewinn oder Verlust der Anlage. Dieses dynamische Umfeld der Börse macht die Analyse, welche Aktien überhaupt infrage kommen, nicht leicht! Wer geeignete Kandidaten (mit Hilfe der fundamentalen Analyse) gefunden hat muss sich dann die Frage stellen, wann ist der Richtige Zeitpunkt für den Kauf oder Verkauf? (mit Hilfe der technischen Analyse)  Wer Aktien hält, muss entscheiden, ob ein Titel verkauft oder gehalten werden soll. Die Analyse ist deshalb ein ständiger Begleiter bei der Anlage in Aktien! Der konservative Anleger, der Aktien langfristig hält, muss das genauso praktizieren, wie ein aktiver Trader, der Titel zum Teil nur für kurze Zeit hält.

Infografik: Aktienanalyse

Wie kann ich die Aktienanalyse für mich nutzen?

Zugegeben, da haben wir jetzt ein riesen Fass aufgemacht! Sowohl die fundamentale als auch die technische Aktienanalyse füllt ganze Bücher! Dieser Artikel bietet einen Überblick, was allgemein darunter zu verstehen ist und hält keine Kniffe für Profianleger bereit. Die Botschaft ist deshalb folgende:

Jede Anlageentscheidung sollte auf eine solide Grundlage gestellt werden, was das Unternehmen betrifft, an dem man sich beteiligen möchte. Natürlich auch in Bezug auf den Zeitpunkt, zu dem man eine Entscheidung zum Halten/Kauf/Verkauf fällt.

Fundamentale Aktienanalyse

Welche Unternehmen kommen (überhaupt) in die Auswahl?

Es finden sich zahlreiche Analysen im Netz!Die Analyse muss der Anleger heute nicht selbst erstellen, das würde auch jeden Rahmen sprengen. Allerdings müssen die Daten für die Analyse beschafft werden. Dabei reicht es oft schon eine Suchmaschine mit der WKN oder dem Namen der Aktie zu füttern.Das bringt schon zahlreiche Ergebnisse. Auf der Seite von Finanzen.net gibt es gleich eine ganze Anzahl von Analysen pro Tag. Die Analysten sind sich bei ihrer Bewertung der aktuellen Situation dabei auch nicht immer einig. Durch die Vielzahl der Empfehlungen kann der Anleger aber leicht einen Trend erkennen und kann sich schnell einen Überblick über den Titel verschaffen. Auch zahlreiche Banken bieten in Verbindung mit dem Depot Analysen und Fachinformationen. Eine weitere Quelle dafür sind natürlich die Wirtschaftsteile von Zeitschriften oder Börsenbriefe. Es geht für den Privatanleger deshalb eher darum, sich die erforderlichen Informationen über ein Unternehmen oder eine Branche zu beschaffen und diese Analysen lesen zu lernen, als darum, anhand von rohen Daten selbst zu Schlussfolgerungen zu ziehen. Für Anleger, die eine konservative Anlagestrategie verfolgen, und Aktien für eine längere Zeit halten wollen, gibt es damit eine leicht zugängliche und solide Datenbasis für die Auswahl der Aktien im eigenen Portfolio.

Die technische Analyse von Aktien

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Die Laufzeit bestimmt den ZinsIm Gegensatz zur fundamentalen Analyse ist die technische Analyse für den Privatanleger sicher nicht so einfach für die eigenen Zwecke einzusetzen. Profis analysieren die Kurse und erkennen Muster in Kursverläufen. Anhand dieser Muster und vieler unterschiedlicher Indikatoren werden dann Kaufentscheidungen getroffen. Die reine Chartanalyse wird dabei oft als Gegenstück zur fundamentalen Aktienanalyse dargestellt. Wer mit kurzfristigen Käufen und Verkäufen an der Börse Geld verdienen möchte, dem hilft die fundamentale Analyse natürlich wenig. Das Ziel ist es ja dann nicht dauerhaft in ein Unternehmen zu investieren, das erfolgversprechend aufgestellt ist, sondern kurzfristig durch die richtige Prognose des Kursverlaufs Geld zu verdienen. Dafür wird die reine Chartanalyse eingesetzt!

Trotzdem bleibt die Frage, wann ist der richtige Zeitpunkt zum Kaufen oder zum Verkaufen? Deshalb beinhaltet jede Anlageentscheidung auch immer und eine technische Komponente, die sich aus der aktuellen Kursentwicklung heraus ableiten lässt. Ist der Trend einer Aktie gerade negativ, ist das sicher nicht der beste Zeitpunkt für den Kauf, obwohl die fundamentalen Daten an sich für die Branche sprechen, in dem das Unternehmen angesiedelt ist. Wer die Trendwende abpasst und dadurch günstiger einsteigt, hat natürlich einen Vorteil. Je länger ein Titel gehalten wird, desto geringer fallen kurzfristige Kursveränderungen ins Gewicht und deshalb verliert auch die technische Analyse an Bedeutung.

 Fazit

jetzt hab ich das verstandenBei der Wahl einer Aktie für das eigene Depot sollte sich jeder Anleger Zeit nehmen und sich über das Unternehmen, in das investiert werden soll, gründlich informieren. Das schafft das Risiko zwar nicht ab, stellt die Anlageentscheidung aber auf eine solide Basis. Unternehmen mit der Rechtsform einer Aktiengesellschaft müssen zahlreiche Anforderungen in Bezug auf die Transparenz des Unternehmens erfüllen. Ad-hoc-Meldungen und Quartalsberichte sind Pflicht. Diese Informationen zusammen mit einem kritischen Blick auf die Meinungen von Analysten bilden für den Privatanleger die Basis für die eigene Anlageentscheidung. Wer diese Daten nicht lesen kann oder nicht die Zeit aufbringen kann sich intensiv mit der Aktienanalyse zu beschäftigen ist mit Produkten wie ETF-Sparplänen oder Fonds besser beraten.

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Hier schreibt Thomas Gödert

Online-Redakteur Finanzen. Arbeitet seit 2012 bei BergMedia.net. Thomas Gödert ist auch auf Google+ und Twitter aktiv.
Kategorie: Depot

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