Der Bitcoin – ein ständiges Gezerre

Viele Bitcoins! Die virtuelle WährungDer Bitcoin ist eine digitale Kunstwährung, die derzeit hauptsächlich von einigen Online-Diensten akzeptiert wird. Da es sich bei diesem Zahlungsmittel um kein gesetzliches handelt, ist die Annahme keinesfalls verpflichtend. Zwar machte die Währung im Jahr 2013 mit einem rasant ansteigenden Kurs Furore, doch die Freude der Bitcoin-Anhänger wird durch anhaltende negative Schlagzeilen getrübt.

Bicoin-App verschwindet aus dem Store

Vor nicht allzu langer Zeit wurde bereits Apple von den Bitcoin-Befürwortern kritisiert, weil der Konzern ohne Angabe von Gründen die letzte in seinem App Store erhältliche Bitcoin-Geldbörse, die Blockchain-App, entfernt hatte. Diese ermöglichte es, Bezahlungen mit dem Bitcoin per iPhone abzuwickeln. Zuvor nahm Apple bereits andere Bitcoin-Anwendungen wie Gliph, Coinbase und CoinJar aus seinem Programm, ohne sich öffentlich dazu zu äußern. Es wird spekuliert, dass die Aufräumaktion aus der Tatsache resultiert, dass das Unternehmen einen eigenen Bezahldienst ähnlich dem Google Wallet auf den Markt bringen möchte. Blockchain war zuvor im App Storezwei Jahre lang angeboten und etwa 12.000 Mal heruntergeladen worden.

Russland  – Bitcoin jetzt illegal?

Die russische FlaggeIn Russland, wo der Bitcoin bisher problemlos rollte, haben sich die Behörden Anfang Februar 2014 dazu entschlossen, gegen die virtuelle Währung vorzugehen. Sowohl die Zentralbank Russlands als auch die russische Generalstaatsanwaltschaft und der russische Geheimdienst FSB warnen vor der Kryptowährung, die sich in ihren Augen zur Geldwäsche eignet. Mit Bitcoin ließe sich der Terrorismus finanzieren. Zudem sei er als parallele Währung illegal. Bereits im Januar 2014 warnte die Zentralbank der Russischen Föderation, dass Operationen mit diesem Zahlungsmittel spekulativer Natur seien und einem hohen Risiko bezüglich des Wertverlustes unterliegen.

China – Bitcoin Konten gesperrt

Auch Chinas Zentralbank geht weiter gegen Bitcoin vor. Ersten Bitcoin-Börsen wurden bereits die Konten gesperrt. Sie nehmen außerdem keine Einzahlungen mehr in der Landeswährung an. Schon im Dezember 2013 untersagte die Zentralbank den chinesischen Banken Bitcoin-Geschäfte. Kurz drauf durften auch Bezahldienstleister keine Transaktionen mehr für Bitcoin-Börsen durchführen. Zwar wurde Bitcoin in China als Währung verboten, allerdings nicht als handelbare Ware. Investoren dürfen auf eigene Gefahr mit dem Zahlungsmittel handeln, dieses jedoch nicht legal zum Bezahlen einsetzen.

Der Bitcoin bekommt weltweit Probleme

Die WeltDer Bitcoin und ähnliche neuartige Währungen geraten zunehmend unter Beschuss. In China und Dänemark sind sie schon verboten und viele weitere Länder diskutieren eine Regelung. Häufig werden Bitcoin-Händler festgenommen, ihre Bitcoin-Vorräte beschlagnahmt. Die Währung selbst leidet unter fortgesetzten Hackerangriffen auf die technische Infrastruktur für die Verwaltung der virtuellen Zahlungsmittel und die virtuellen Geldbeutel ihrer Benutzer. Bereits mehrere Bitcoin-Dienstleister, zuletzt die in Kanada ansässigen Firma Flexcoin, waren nach einem Hackerangriff gezwungen ihre Tätigkeit einzustellen.

Mt.Gox geht insolvent – Probleme auch bei den Handelsplattformen

In seiner bis dato schwersten Vertrauenskrise steckt der Bitcoin, seit seine größte Handelsplattform Mt.Gox, die wichtigste und älteste ihrer Art, Ende Februar Insolvenz anmelden musste. In Tokio hieß es, das in Japan ansässige Unternehmen hätte Schulden von über 46 Millionen Euro. Anleger haben keine Möglichkeit, an ihr Vermögen zu kommen. Nach eigenen Angaben waren Mt.Gox 750.000 Bitcoins von Kunden sowie 100.000 eigene abhandengekommen. Der Gesamtwert der verschollen „Münzen“ betrug rund 350 Millionen Euro. Während zunächst technische Probleme für den Verlust verantwortlich gemacht wurden, geht die japanische Firma mittlerweile von einem Angriff durch Hacker aus.

Bei der ebenfalls gehackten tschechischen Bitcoin-Börse Bitcash.cz waren im November letzten Jahres bereits 4000 Kunden von einem Hack betroffen. Die Angreifer verschafften sich Zugriff auf die Server einschließlich der Kunden-Wallets. Schon im Oktober verschwand die in China tätige Bitcoin-Börse GBL ohne weitere Nachricht an ihre Kunden aus dem Netz und mit ihr die Einlagen der Kunden mit einem Gesamtwert von rund 25 Millionen Yuan (ca. 3 Millionen Euro). Die Börse hatte erst im Mai 2013 ihren Betrieb aufgenommen und rund 1000 Kunden angelockt. Wie sich später herausstellte, bemühten sich die Betreiber zwar bei der zuständigen Stelle in Hongkong um eine Lizenz für Finanzdienstleistungen, erhielten diese aber nie. Ebenso wie GBL verschwanden auch ihre Betreiber spurlos und die angegebene Firmenadresse stellte sich als falsch heraus.

Fazit

Sind Sie zufrieden?Die Folgen der Querelen um Bitcoin lassen sich derzeit kaum absehen. Während Fans begeistert sind und Mining betreiben, fürchten Kritiker eine neue Spekulationsblase. In seiner fünfjährigen Geschichte hat der Bitcoin schon einige Berg- und Talfahrten vollführt. Kostete der Bitcoin 2009 noch nicht mal einen Euro, erreichte er im Dezember 2013 mit 892 Euro einen absoluten Höchstwert. Der aktuelle Kurs pendelt bei ca. 370 Euro. Aufgrund der extremen Schwankungen eignet er sich nur bedingt als Spekulationsobjekt, zumal im Gegensatz zu Gold oder zu Kunstwährung keinerlei Materialwert dahintersteckt. Hatte das Zahlungsmittel sich nach der Insolvenz von Mt.Gox relativ schnell erholt, ist jetzt durch die Aktionen der chinesischen Regierung ein weiterer Rückschlag zu befürchten. Gerade im Handel mit den chinesischen Banken konnte der frei zwischen Geschäftspartnern transferierbare Bitcoin, seine Vorteile ausspielen.

Es sind jedoch durchaus auch positive Entwicklungen zu verzeichnen. Nicht wenige Experten rechnen mit einem Kursanstieg, der Konsolidierung der virtuellen Währung sowie einer Zunahme der Akzeptanz. Die Bitcoin Handelsplattform Kraken sicherte sich beispielsweise erst kürzlich fünf Millionen US-Dollar Finanzierung zum weiteren Ausbau ihrer Handelsaktivitäten. Kraken ist eine der zehn führenden Bitcoin-Börsen. Das Unternehmen arbeitet unter anderem mit der in München beheimateten Fidor Bank AG zusammen, die sich selbst als „Deutschlands erste Web-2.0-Bank“ bezeichnet und dabei ist, enge Geschäftsbeziehungen mit US-Banken und Finanzinstituten anderer Ländern aufzubauen.

Mehr wissen…

Für Leser, die noch nicht so vertraut mit dem Bitcoin sind, empfiehlt sich der Artikel: Bitcoins – die virtuelle Währung

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Hier schreibt Mischa Berg

Mischa Berg ist Herausgeber von Bankenvergleich.de und veröffentlicht seit 2007 News und Kommentare zur Geldanlage in Tagesgeld und Festgeld. Mischa Berg ist auch auf Google+ und Facebook aktiv.
Kategorie: Festgeld, Girokonto, Tagesgeld

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