Eine Lastschrift zurückgeben – wie geht das?

Eine Lastschrift kann einfach zurückgegeben werdenIm Bereich des Zahlungsverkehrs stehen den Bankkunden heutzutage diverse Möglichkeiten zur Verfügung, wie beispielsweise Rechnungen bezahlt oder Beträge von einem zum anderen Konto transferiert werden können. Neben der Überweisung, die sehr viele Kunden nutzen, gibt es darüber hinaus auch die Möglichkeit, offene Beträge per Lastschrift vom Zahlungsempfänger einziehen zu lassen. Bei der Lastschrift handelt es sich demnach um eine Zahlungsmethode, bei der die Initiative nicht vom Zahlungspflichtigen, sondern vom Zahlungsempfänger ausgeht.

Bevor der Zahlungsempfänger eine Lastschrift bei seiner Bank einreichen kann, durch die dann die Abbuchung des entsprechenden Betrages vom Konto des Zahlungspflichtigen erfolgt, muss der Zahlungspflichtige dem Zahlungsempfänger eine Einzugsermächtigung erteilt haben. Ist dies geschehen, kann der Zahlungsempfänger die entsprechende Lastschrift bei seiner Bank einreichen, was mittlerweile häufig auf elektronischem Wege geschieht.

Welche Gründe gibt es für fehlerhafte Lastschrifteinzüge?

Auch wenn die Zahlung per Lastschrift mittlerweile bei vielen Verbrauchern beliebt ist und als relativ sicher gilt, gibt es dennoch in der Praxis durchaus Fälle, in denen ein fehlerhafter Lastschrifteinzug stattfindet. Ein Grund für einen derartigen Fehler ist zum Beispiel, dass zwar ein Einzug vom Konto des Zahlungspflichtigen erfolgt ist, dieser dem Zahlungsempfänger aber gar keine Einzugsermächtigung erteilt hatte oder der zuvor erteilten Ermächtigung bereits widersprochen wurde. Darüber hinaus kommt es ebenfalls häufiger vor, dass zwar ein berechtigter Lastschrifteinzug stattfand, der Zahlungspflichtige aber von seiner Seite aus den offenen Betrag bereits überwiesen hatte, sodass eine doppelte Zahlung stattgefunden hat. Leider kommt es durchaus hin und wieder vor, dass Betrüger vorsätzlich Abbuchungen per Lastschrift vornehmen lassen, die jeder Grundlage entbehren. In solchen Fällen hat der Inhaber des Kontos allerdings stets die Möglichkeit, die Lastschrift zurückgeben zu lassen. Daraus ergibt sich aber auch die Pflicht des Kontoinhabers, seine Kontenbewegungen regelmäßig zu kontrollieren.

Wie kann man eine Lastschrift zurückgeben?

Damit keine Fragen offen bleibenHat eine aus Sicht des Kontoinhabers unberechtigte Abbuchung per Lastschrift auf dem Konto stattgefunden, so gibt es die Möglichkeit, diese Lastschrift zurückgeben zu lassen. Ein solcher Vorgang ist mit nur geringem Aufwand verbunden, denn der Kontoinhaber muss seiner Bank lediglich mitteilen, dass er die entsprechende Lastschrift wegen Widerspruch zurückgeben möchte. Die Bank muss diesen Vorgang nicht weiter prüfen, sondern schreibt dem Kunden den vom Konto abgebuchten Betrag einfach wieder gut, indem die Lastschrift zurückgegeben wird. Offiziell hat der Kunde eine Frist von mindestens acht Wochen, um einer unberechtigten Abbuchung zu widersprechen und die Lastschrift zurückzugeben. Wer die Möglichkeit des Online-Bankings nutzt, der hat heutzutage oftmals bereits die Option, die Rückgabe der Lastschrift online zu veranlassen. Die Rückgabe einer Lastschrift ist für den Kunden kostenlos, es sei denn die Rückgabe war nicht berechtigt. Welche Kosten dann anfallen, haben wir in einem eigenen Artikel dargestellt.

Fristen für die Lastschriftrückgabe

Einer Basis-Lastschrift kann innerhalb von acht Wochen nach Kontobelastung widersprochen werden, so dass der Belastungsbetrag wieder gutgeschrieben wird. Bei einer nicht autorisierten Zahlung, Einzug ohne gültiges SEPA-Mandat, kann der Zahler innerhalb von 13 Monaten nach Belastung die Erstattung des Lastschriftbetrages verlangen.Deutsche Bundesbank

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Hier schreibt Thomas Gödert

Online-Redakteur Finanzen. Arbeitet seit 2012 bei BergMedia.net. Thomas Gödert ist auch auf Google+ und Twitter aktiv.
Kategorie: Girokonto

4 Kommentare Eine Lastschrift zurückgeben – wie geht das?

Hans-Jürgen P. 19. März 2016 at 16:20

SgDuH. Können Sie mir sagen ,ob ich im Lastschriftverfahren ggfs.ein Rückgaberecht von bis zu einem Jahr habe. In einem gestern geführten Gespräch hat ein Teilnehmer fest behauptet, daß die Frist verlängert sei. Für eine antwort bin ich Ihnen sehr verbunden. MfG

    Thomas Gödert 21. März 2016 at 13:33

    Hallo Hans-Jürgen,

    da mittlerweile für alle SEPA verpflichtend ist, gelten europaweit einheitliche Regeln.
    Eine verlässliche Quelle ist hier die Seite der Bundesbank. Die SEPA-Lastschrift (SEPA Direct Debit)
    Die Frist für eine Rückgabe beträgt hier normalerweise acht Wochen..
    Allerdings gibt es noch eine weitere Frist. Die kann in Anspruch genommen werden, wenn der Einzug ohne gültiges SEPA-Mandat durchgeführt wurde. Dann kann das Geld bis zu einer Frist von 13 Monaten zurückgefordert werden.

Hallo ich habe von meiner Sparkasse Post bekommen , dass das Lastschriftverfahren nicht eingelöst werden konnte , da wohnt ein paar Cent auf meinem Konto gefehlt haben . Der artikel von Amazon ist schon angekommen . Wie gehe ich denn jetzt weiter vor ? Nochmal genügend Geld auf mein Konto machen und es wird von denen noch ein 2. mal versucht abzubuchen , oder wie muss ich jetzt vorgehen ? Lg

    Thomas Gödert 11. April 2016 at 12:38

    Hallo Tamina,

    im besten Fall wird Amazon versuchen den Betrag noch einmal abzubuchen, deshalb sollte unbedingt genug Geld auf dem Konto sein. Andernfalls wird eine Mahnung per Post zugeschickt. Dann kommt zu dem Rechnungsbetrag noch eine Gebühr hinzu.

    Liebe Grüße,

    Thomas

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