Rücklastschrift – wer trägt die Kosten?

Schuldfrage - Wer muss zahlen?Wer auf seinem Kontoauszug oder beim Online-Banking eine Abbuchung entdeckt, die er nicht einordnen oder nachvollziehen kann, hat die Möglichkeit sein Geld zurückzufordern. Das geht mit einer Rücklastschrift! Dann wird der per Lastschrift eingezogene Betrag einfach wieder zurückgebucht! Aber wie steht es da mit den Kosten?

Kurz gesagt, es entstehen Kosten, denn die beteiligten Banken verlangen dafür jeweils eine Gebühr! Die Kosten trägt, wer die Rücklastschrift verschuldet hat!

Wer ist also schuld an der falschen Lastschrift? Dazu hier ein paar Beispiele!

Beispiel – unberechtigte Lastschrift

Der Verbraucher (bei der Lastschrift auch Zahlungspflichtiger genannt) entdeckt auf seinem Konto eine Lastschrift und kann die Forderung nicht nachvollziehen. Der angeblich Zahlungspflichtige hat mit dem Gläubiger (bei der Lastschrift auch Zahlungsempfänger genannt) zu keiner Zeit Kontakt gehabt, eine Dienstleistung in Anspruch genommen oder Ware erhalten. Nach Prüfung ist klar, die Forderung ist unberechtigt! Grund dafür kann zum Beispiel ein Zahlendreher bei den Kontodaten sein, aber natürlich auch ein Betrugsversuch.

Ergebnis: Gibt der Verbraucher die unberechtigte Lastschrift zurück, muss er keine Kosten fürchten. Der Schuldige ist hier der vermeintliche Gläubiger und der trägt dann auch die Kosten!

Beispiel – berechtigte Lastschrift zurückgegeben

give backDer Verbraucher entdeckt auf seinem Konto eine Lastschrift, die er nicht zuordnen kann. Er entschließt sich, eine Rücklastschrift zu veranlassen. Später stellt sich heraus, dass Zahlungsempfänger berechtigt war, den Betrag einzuziehen. Fehler kommen vor, und da einige Verbraucher ihr Konto als Gemeinschaftskonto führen, ist es ab und an schwierig, sich an jede Transaktion zu erinnern.

Ergebnis: Diesmal muss der Verbraucher die entstandenen Gebühren für die Rücklastschrift tragen.

Beispiel – Konto des Verbrauchers ist nicht gedeckt

Ein weiterer Grund, warum eine Lastschrift zurückgeht, ist der Umstand, dass das Konto des Zahlungspflichtigen so weit in den Miesen ist, dass keine weiteren Abhebungen, Überweisungen und Lastschriften vonseiten der Bank akzeptiert werden. Auch dann wird die Lastschrift von der Bank zurückgegeben. Der Verbraucher hat dafür Sorge zu tragen, dass sein Konto ausreichend gedeckt ist, damit eine eingehende Lastschrift dem Zahlungsempfänger gutgeschrieben werden kann.

Ergebnis: Die Schuld liegt beim Verbraucher und er muss die Kosten tragen.

Weitere Gründe für eine Rücklastschrift

Wer bei einem Wechsel des Girokontos vergisst seinen regelmäßigen Zahlungsempfängern, die per Lastschrift abbuchen, die neuen Kontodaten mitzuteilen, wird die dadurch entstehenden Kosten tragen müssen. Auch wenn dem Zahlungsempfänger falsche Daten mitgeteilt werden und deshalb Kosten für eine Rücklastschrift entstehen, kann dieser die Kosten vom eigentlich Zahlungspflichtigen einfordern.

Wie hoch sind die Kosten für eine Rücklastschrift?

Auf die Kosten achten!Mit mehr als zehn Euro muss der Verursacher der Rücklastschrift in der Regel nicht rechnen ist eine häufige Aussage. Doch in Foren finden sich aktuell noch Beispiele, bei denen Verbraucher über höhere Gebühren klagen. Dieser Betrag ist demnach ein Richtwert. Zwischen den Banken regelt das Lastschriftabkommen die Höhe der Gebühren und gegenüber dem Einreicher der Lastschrift regelt das Preis- und Leistungsverzeichnis die Höhe der Gebühr. Dabei ist es nicht gestattet den Mehraufwand, der durch die Lastschrift entstanden ist, in Rechnung zu stellen. Lediglich die Bankgebühren dürfen an den Verursacher weitergegeben werden.

Fazit

So brauchen SIe sich keine Sorgen machenHeute kann eine Lastschrift im Online-Banking sehr schnell und mit wenigen Klicks zurückgegeben werden. Trotzdem sollte der Kunde zuvor genau prüfen, ob die Lastschrift nicht doch berechtigt ist, um Kosten durch Bankgebühren zu vermeiden. Im Artikel: „Eine Lastschrift zurückgeben – wie geht das?“ stehen mehr Informationen dazu.

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Hier schreibt Thomas Gödert

Online-Redakteur Finanzen. Arbeitet seit 2012 bei BergMedia.net. Thomas Gödert ist auch auf Google+ und Twitter aktiv.
Kategorie: Girokonto

6 Kommentare Rücklastschrift – wer trägt die Kosten?

Hallo,

eine Frage..
Mir wurden bei einer nicht buchbaren lastschrift nicht nur die bankkosten abgezogen, sondern auch die bearbeitungsgebühren..was kann ich jetzt tun

    Thomas Gödert 5. Juli 2016 at 09:35

    Hallo Michelle,

    welche Kosten die Bank berechnet, sollte im Preis- und Leistungsverzeichnis der Bank aufgeführt sein. Da wir die Abrechnung nicht vorliegen haben, können wir den Fall ja leider auch nicht so genau nachvollziehen.
    Beispiel:
    Bei der DKB werden für vom Karteninhaber zu vertretende Rücklastschriften die Fremdgebühren in Rechnung gestellt. Zudem gibt es ein Rücklastschriftentgelt zulasten des
    Kreditinstitutes des Zahlungsempfängers und auch die Unterrichtung über Nichteinlösung einer Lastschrift (Brief und Versand) ist mit einer Gebühr belegt. Diese Kosten hat der Verursacher zu tragen.

    Schau doch mal im Preis- und Leistungsverzeichnis und im Preisaushang deiner Bank, um die Abrechnung zu verstehen. Im Zweifel einfach bei der Bank nachfragen und sich die einzelnen Posten erklären lassen.
    Es geistert im Netzt die Botschaft, eine Bank dürfe keine Bearbeitungsgebühr verlangen. Diese Aussage ist aber irreführend. Es gab Urteile in Bezug auf Bearbeitungsgebühren bei der Kreditvergabe, wo das Gericht die Erhebung einer Bearbeitungsgebühr bemängelt hat, weil die Leistung, für die bezahlt werden sollte, im Eigeninteresse der Bank lag und nicht im Interesse des Kunden.

Hallo Herr Gödert.

Können Sie vielleicht auch auf einen ähnlichen Gerichtsfall verweisen zu meinem Thema?

Ich habe vergessen, meinem Internetprovider die neue BV mit zu teilen, folglich hat er vom deaktiven Konto abgebucht und die LS ging zurück, ich muss nun die RLS-Kosten hierfür tragen.

Ist dies auch in irgendeinem Fall mal vorgekommen? Einen Fall, auf welchen sich mein Anbieter beziehen könnte?

Vielen Dank

    Thomas Gödert 20. Juli 2016 at 12:52

    Hallo „Unity-Kunde“,

    ich bin mir nicht ganz sicher, was Sie meinen mit dem „ähnlichen Gerichtsfall“. Eigentlich ist doch die Sache ziemlich eindeutig. Wer den Vorfall verschuldet, muss zahlen!

    Grüße,

    Thomas Gödert

Hallo Herr Gödert!

Bei meinem Mobilfunkanbieter werden meine monatlichen Rechnungen abgebucht. Meine letzte Rechnung enthielt einen nicht berechtigten Rechnungsposten. Per Fax bat ich darum, mir diesen Betrag zu erstatten und auf mein Konto zu überweisen. Der Mobilfunkanbieter reagiert auch nach 4 Wochen noch nicht. Habe nun eine Frist bis Anfang September gesetzt, mir das Geld zurück zu überweisen. Sollte das Geld nicht auf meinem Konto eintreffen, habe ich ebenfalls per Fax angekündigt, die entsprechende Lastschrift von Anfang August zurückzubuchen und den unstrittigen Rechnungsbetrag zu überweisen. Laut Preisliste berechnet der Anbieter aber für eine Rücklastschrift 4,- €. Daher nehme ich an, dass mir diese Gebühr dann berechnet wird. Kann ich die Zahlung dieser Gebühr verweigern? Ich habe ja vorher immerhin vergeblich versucht, meine Geld auf andere Weise wieder zu bekommen.

    Thomas Gödert 26. August 2016 at 09:22

    Gibt es nicht die Möglichkeit die Rechnungen von Lastschrift auf Überweisung umzustellen? Dann können Sie anschließend den von Ihnen berechneten Betrag überweisen und müssen keine Kosten für eine Rücklastschrift fürchten.

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