Von günstigen Zinsen profitieren: Der Rahmenkredit

Der rahmenkredit ist eine Alternative zum DispoDas Girokonto zu überziehen ist, wie wir letzte Woche berichteten, weiterhin teuer und auch für eine bis zu dreimonatige Zwischenfinanzierung nur in Einzelfällen empfehlenswert. Wenn es auf dem Girokonto mal wieder eng wird, kann ein Rahmenkredit bis zu 50% der Zinslast einsparen.


Es gibt Zeiten, in denen kommt alles auf einmal: Unvorhergesehene Ausgaben belasten das Guthaben auf dem Konto so stark, dass der Dispositionsrahmen genutzt werden muss. Immerhin jeder sechste deutsche Bankkunde steht mit seinem Giro zumindest zeitweise im Minus. Für diese Kontoüberziehung verlangen einige Banken satte 14% Zinsen. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen scheut sich deswegen nicht davor, dies als „Zins-Wucher“ zu bezeichnen. Doch wie kann man zu vernünftigen, marktüblichen Zinsen eine kurze Durststrecke überstehen? Eine relativ einfache und kostengünstige Alternative ist der Rahmenkredit.

Was ist ein Rahmenkredit?

Der Rahmenkredit ist eine durch die Bank im Vorfeld gewährte Kreditlinie, die dem Kunden ähnlich wie beim Dispo bei Bedarf Kredit gewährt. Im Gegensatz zum Ratenkredit wird dieser nicht erst beantragt und direkt ausgezahlt, wenn es akut wird, sondern schon im Vorfeld mit der Kreditbank oder der Hausbank abgesprochen. Als Basis für die Gewährung steht bei Antragstellung eine wie bei anderen Krediten übliche Bonitätsprüfung. Ist diese erfolgreich und eine Kreditlinie einmal eingeräumt, kann der Kunde immer wieder über den Rahmen- oder auch Abrufkredit verfügen. Und das so lange, wie der Vertrag zwischen Geldinstitut und Kunden besteht. Der Rahmenkredit wird in der Regel auf unbegrenzte Zeit geschlossen. Wird er nicht genutzt, fallen solange auch keine Gebühren an.

Wie beantrage ich einen Rahmenkredit?

Einen Vertrag unterschreibenEntweder man beantragt seinen Rahmenkredit bei seiner Girokontoführenden, oder bei einer dritten Bank. Das läuft komplementär zu einem Ratenkredit und setzt eine Bonitätsprüfung voraus. Es wird dabei eine maximale Obergrenze für den gewährten Kredit ausgemacht, bis zu welcher der Kunde über das Geld verfügen kann – aber nicht muss.

Ist der Rahmenkredit einmal gewährt, verhält sich das neu eröffnete Kreditkonto wie ein Girokonto, nur im negativen Bereich. Es wird also nach der Beantragung des Kredits keine Zahlung in der Höhe des Kreditrahmens geleistet. Ist dann später eine Ausgleichszahlung auf das eigene Girokonto nötig, kann dies per Telefon oder Internet angewiesen werden. Der größte Unterschied liegt darin, dass für das abgerufene Geld vom Rahmenkredit lediglich ein Zinssatz von rund 6%-8% anfällt, während der Dispositionsrahmen schnell das Doppelte betragen kann.

Wie wird der Rahmenkredit wieder zurückgezahlt?

Das Gute für den Kunden: Er zahlt nur Zinsen für den Betrag, den er tatsächlich nutzt. Er ist dabei nicht gezwungen, den Rahmenkredit überhaupt in Anspruch zu nehmen. Hat er Geld für die Stundung übrig, kann er dieses sofort auf das Rahmenkredit-Konto übertragen und zahlt seinen Kredit somit maximal flexibel ab. In der Regel verlangen die Banken lediglich eine Mindeststundung von 2% oder 50€ pro Monat. Hat man vielleicht sogar das Geld für den gesamten Kredit auf seinem Girokonto, kann man auch mit einer Einmalzahlung alles wieder ausgleichen. Somit ist der Rahmenkredit sofort wieder gestundet und es fallen keine weiteren Zinskosten mehr an. Im Vergleich zum Ratenkredit ist das der Hauptvorteil des Rahmenkredits.

Für wen ist der Rahmenkredit sinnvoll?

Zinssenkung beim Tagesgeld und Festgeld der Renault direkt BankDurch seine Flexibilität ist der Rahmenkredit vor allem bei Selbstständigen sehr beliebt. Hat man einen Auftrag bekommen und muss finanziell in Vorleistung gehen, kann man sich schnell Geld vom Rahmenkreditkonto holen und so zwischenfinanzieren. Auch Privatkunden können ihren Disporahmen kurzfristig erweitern. Natürlich sollte man, sofern man knapp bei Kasse ist, immer genau überlegen, ob eine Konsumausgabe sinnvoll und nötig ist. Der Rahmenkredit ist auch nicht darauf ausgelegt, über Jahre hinweg genutzt zu werden. Da ist ein Ratenkredit unter Umständen sinnvoller und auch günstiger. Aber um sein Konto mal kurzfristig auszugleichen, kann man mit dem Rahmenkredit Überziehungszinsen sparen.

Die Alternativen zum Dispo im ausführlichen Produkt-Check:

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Hier schreibt Georg Hartmann

Georg Hartmann publiziert seit 2009 Fachinformationen zu Finanzthemen.
Kategorie: Kredit

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