Welche Möglichkeiten bietet Mobile Payment?

einfach mobil bezahlenVereinfacht gesagt versteht man unter Mobile Payment die Möglichkeit, bargeldlos mit dem Handy oder mit dem Smartphone zu bezahlen. Mobile Payment ist noch eine junge Zahlungsform, die aus dem Bedarf von Kunden und Händlern nach einer universell einsetzbaren bequemen und sicheren bargeldlosen Zahlungsmöglichkeit entstand.

Die mobile Zahlungsart wird derzeit von mehreren Anbietern am Markt angeboten und ständig weiterentwickelt. Die Konzepte befinden sich je nach Provider in unterschiedlichen Stadien, die Anbieter arbeiten als Konkurrenten unabhängig voneinander. Nicht nur der private Nutzer darf gespannt sein, wie sich der Markt in den nächsten Jahren weiterentwickelt.

Jeder Anbieter hat seine eigene App

War das traditionelle Handy früher allenfalls mit einer Geldkartenfunktion ausgerüstet, mit der sich kleinere Beträge bezahlen ließen, dann hat das mobile Internet für Handy, Smartphone und Tablett ganz neue Möglichkeiten des bargeldlosen Bezahlens eröffnet. In den vergangenen Jahren versuchten viele Unternehmen, auf dem Markt Fuß zu fassen und ihre eigene Version des Mobile Payments auf den Markt zu bringen. Selbst die großen Lebensmittelketten sind heute mit eigenen Lösungen vertreten. Aktuell sind es rund 30 Anbieter, die gängigen Mobilfunkanbieter kommen derzeit noch hinzu. Mit eigenen Apps zum bargeldlosen Bezahlen machen sie auf sich aufmerksam, ein Ende dieser jeweils individuellen Entwicklung ist kaum abzusehen.

Klar ist allerdings, dass nahezu jeder Anbieter mit einer eigenen App arbeitet, die über das mobile Internet auf Smartphone und Tablet zugänglich ist. Von diesen individuellen Lösungen abzugrenzen sind sogenannte Whitelabel-Lösungen, wie sie beispielsweise von Edeka und Netto eingesetzt werden. Der Provider Valuephone arbeitet im Grunde mit einer eigenen Währung, welche für die Kompatibilität des Systems bei beiden Anwendern Edeka und Nett sorgt. Da der Kunde dies aber selten weiß und von beiden Einzelhändlern auch nicht darauf hingewiesen wird, ist eine kompatible und übergreifende Nutzung eines einzigen Systems nicht möglich und wohl auch kaum gewollt. Tendenziell dürfte das Mobile Payment deshalb erst einmal weiterhin von jedem Provider mit einzelnen Lösungen für Smartphone und Tablet vertrieben werden.

Eine App für mehrere Anbieter

Das Smartphone als GeldbörseDer Lebensmitteldiscounter REWE verfolgt bei seinem Prinzip des Mobile Payments einen anderen Ansatz. Hinter dem mobilen Cashment steckt der Provider Yapital, der seinen Service mehreren Teilnehmern anbietet. Als Kunde benötigt man also nur eine einzige App für alle Zahlungsvorgänge. Das setzt allerdings voraus, dass der jeweilige Händler auch ein mobiles Payment bei Yapital anbietet. Natürlich wird das mobile Bezahlen für jeden Kunden umso einfacher, wenn möglichst viele Händler das gleiche System einsetzen. Allerdings ist Yapital derzeit noch sehr weit von einer nationalen Verbreitung entfernt. Deshalb bleibt abzuwarten, welche Entwicklung der Vertrieb solcher übergreifenden Lösungen nehmen wird.

Technische Voraussetzungen als Hindernisse

Ein weiteres Problem bei der flächendeckenden Nutzung des mobilen Payments ist allerdings die Ausstattung der Händler mit der nötigen Hard- und Software. Als Nutzer benötigt man zwar lediglich ein internetfähiges Handy und eine bestehende Internetverbindung. Außerdem muss man natürlich die jeweilige App auf dem Gerät geladen haben. Von weitaus größerer Schwierigkeit ist aber die Bereitstellung der technischen Ausrüstung beim teilnehmenden Händler. So ist zwingend eine Internetverbindung an der Kasse erforderlich, und allein diese ist noch lange nicht an jedem Standort oder in jedem Geschäft gegeben. Nimmt der Händler am Yapital-System teil, muss außerdem ein QR-Code eingescannt werden. Ungünstige Lichtverhältnisse oder ein Smartphone mit der fehlenden technischen Ausstattung sorgen dann dafür, dass das mobile Bezahlen zum Stressfaktor für den Kunden und den Händler wird. Das Whitelabel-Verfahren von Edeka und Netto dagegen setzt auf die Generierung einer Bezahl-ID, welche von dem Personal an der Kasse eingegeben werden muss. So soll die eigentliche Abwicklung der Zahlung etwas leichter werden. Dennoch setzen alle Apps auf einen umfangreichen Registrierungsprozess, der komplex und langwierig sein kann. Mancher Kunde wird sich davon abgeschreckt fühlen und von dem mobilen Cashment eher Abstand nehmen.

Der Blick in die Zukunft

Was bringt das Jahr 2015Aktuell ist festzustellen, dass einige Mobilfunkanbieter verstärkt in die Vermarktung des mobilen Bezahlens investieren. Voraussetzung zum Bezahlen ist aus technischer Sicht selbstverständlich ein NFC-fähiges Smartphone sowie eine SIM-Karte des Mobilfunkproviders mit NFC-Funktion. In Deutschland sind derzeit rund 70.000 NFC-fähige Kassenterminals installiert, dort kann der Kunde mit einer App kontaktlos bezahlen. Dazu ist das Smartphone lediglich an das Terminal zu halten. Das Prinzip des kontaktlosen Bezahlens mit der NFC-Funktion entspricht übrigens der Bezahlung mit einer EC-Karte oder mit Kreditkarten, sofern diese mit einem NFC-fähigen Chip ausgestattet sind. Auch dann ist die kontaktlose Bezahlung möglich, der gewünschte Betrag wird einfach von dem hinterlegten Girokonto abgebucht.

Die großen Kreditkartenprovider wie VISA und Mastercard setzen im Augenblick ebenso wie die Mobilfunkanbieter auf die Vermarktung des Themas. Auch ist damit zu rechnen, dass die Verbreitung von NFC-fähigen Kassenterminals weiter zunimmt. Insgesamt geht die Branche davon aus, dass das kontaktlose Bezahlen eine weitere Zustimmung finden wird. In anderen Ländern wie Großbritannien ist man hier schon deutlich weiter. Dennoch dürfte die Zukunft allenfalls den großen Mobilfunkprovidern und den Kreditkartenanbietern gehören, während die Bezahlung mit Hilfe von eigenen Apps oder mit sogenannten Whitelabel-Lösungen an Bedeutung verlieren dürfte.

Zum Anbieter mpass, hinter dem die Mobilfunkanbieter O2, Telekom und Vodafone stehen, haben wir einen Produkt-Check erstellt. Neben der Möglichkeit kontaktlos zu zahlen bietet mpass auch noch eine virtuelle Kreditkarte, die das einkaufen im Internet zu einer sicheren Angelegenheit macht. Der Dienst ist für den Kunden völlig kostenlos!
Artikel: Die virtuelle Kreditkarte mpass – mehr Sicherheit beim Online-Kauf

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Hier schreibt Mischa Berg

Mischa Berg ist Herausgeber von Bankenvergleich.de und veröffentlicht seit 2007 News und Kommentare zur Geldanlage in Tagesgeld und Festgeld. Mischa Berg ist auch auf Google+ und Facebook aktiv.
Kategorie: Girokonto

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