Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Sparbuch und einem Tagesgeldkonto?

Sparbuch oder Tagesgeldkonto? Das ist der UnterschiedErinnern Sie sich noch daran wie sie klein waren und der Weltspartag näher rückte? In der Erinnerung vieler Kinder war das ein besonderer Tag. Dann schnappte man sich sein Sparschwein, zog die wenigen Scheine und die vielen Münzen heraus und machte Kassensturz.

Das was einem in den letzten Monaten von Onkel, Tanten und Oma zugesteckt wurde, war zusammengezählt für jedes Kind ein kleines Vermögen. Dann wurde das Geld wieder eingepackt und man brachte es zu der nächsten Sparkasse. Das ganze wäre natürlich an jedem Tag des Jahres möglich, jedoch zum Weltspartag gibt es jedes Jahr besondere Anreize für die Kleinen in Form von Geschenken. Den ersten Weltspartag gab es im übrigen schon im Jahre 1925. In Deutschland findet er jedes Jahr am letzten Werktag vor dem 31. Oktober statt.

Sparbuch – Weniger flexibel und schlechter verzinst

Das klassische Sparbuch in Papierform gibt es auch heute noch. Immer wenn eine Buchung auf dem Konto erfolgt ist, werden auch gleichzeitig die Zinsen der vergangenen Monate nachgetragen. Bei der aktuellen Niedrigzinsphase dürfte jedoch so mancher Sparer enttäuscht sein, wie hoch der Zinsertrag ausfällt. Der Leitzins ist aktuell mit 0,5 % Zinsen auf einem historischen Tief, kein Wunder dass auch die Zinsen auf das Ersparte niedrig ausfallen. Die Zinsen auf dem Sparbuch liegen bei den meisten Sparkassen jedoch noch weit unter dem aktuellen Leitzins. Bei der Sparkasse Trier zum Beispiel gibt es für Einlagen auf dem Sparbuch aktuell gerade einmal 0,1 % Zinsen pro Jahr. In den letzten Jahren ist dagegen ein anderes Produkt bei Sparern durchaus populär geworden. Das sogenannte Tagesgeldkonto hat dem klassischen Sparbuch den Rang abgelaufen. Es stellt sich doch die Frage, was ist Tagesgeld eigentlich? Worin liegt der Unterschied zwischen einem Sparbuch und dem Tagesgeldkonto?

Tagesgeld – täglich verfügbar und kostenlose Kontoführung

Es gilt Pro und Contra abzuwägen!Die Unterschiede sind gar nicht so Groß wie man vermuten könnte. Das wichtigste vorab, auch ein Tagesgeldkonto kostet niemals Kontoführungsgebühren. Das Geld was Sparer auf das Konto einzahlen, kann an jedem Werktag wieder abgebucht werden. Damit ist die Verfügbarkeit sogar noch besser als beim Sparbuch. Bei den meisten Sparbüchern ist es üblich, dass nur Summen bis 2.000 € pro Monat wieder abgehoben werden können. Größere Summen müssen drei Monate vorab gekündigt werden. Wie hoch die Zinsen sind, die man als Bankkunde auf einem Tagesgeldkonto erhält, ist von Bank zu Bank unterschiedlich. Bei der oben genannten Sparkasse in Trier gibt es ein Tagesgeldkonto, welches unter dem Namen S-Tagesgeld zu finden ist. Für Einlagen bis 5.000 €, erhält man mit dem S-Tagesgeld ebenfalls nur 0,1 % Zinsen pro Jahr, also genauso viele wie auf dem Sparbuch. Für höhere Anlagesummen gibt es jedoch bessere Konditionen. Ab 25.000 € Anlage erhält man 0,25 % Zinsen, ab 50.000 € sogar 0,35 % Zinsen. Dass ist ja nun auch nicht die Welt, entgegnen an dieser Stelle die Kritiker. Ja das stimmt, aber immerhin ist es mehr als auf dem Sparbuch und es ist täglich verfügbar. Darüber hinaus gibt es ja noch die Direktbanken im Internet, die mit deutlich besseren Konditionen glänzen. Bei den aktuellen Spitzenreitern sind bis zu 1,65 % Zinsen p.a. möglich.

Neukundenangebote beachten oder nicht beachten?

Ein wenig muss man sich schon mit diesem Produkt Tagesgeldkonto beschäftigen. Außerdem ist es wichtig, die Konditionen der Banken genau durchzulesen. Beispielsweise gibt es einige Banken, die mit Neukundenangeboten versuchen Sparer auf sich aufmerksam zu machen. Das Neukundenangebot beinhaltet einen besseren Zins, der nur für einen gewissen Zeitraum und oftmals auch nur für einen begrenzten Anlagebetrag gültig ist. Dafür gibt es für Sparer dann auch eine Zinsgarantie, d.h. für beispielsweise sechs Monate kann sich die Verzinsung nicht ändern. Für Bestandskunden gelten andere Zinssätze. Interessierte sollten sich daher unbedingt anschauen, wie hoch die Zinsen sind, die sie im Anschluss an die Zinsgarantie noch erhalten. Doch es gibt auch viele Angebote, die Bestandskunden und Neukunden gleich behandeln. Hier finden Sparer dauerhaft gute Zinsen, die sie sich mit relativ wenig Aufwand sichern können.

Vergleichen und auch regelmäßig verfolgen

Neukunden können von Sonderzinsen profitierenMit einem Blick in unseren Tagesgeldvergleich finden Sie die Konditionen der Banken übersichtlich aufgelistet. Wenn Sie sich für ein Angebot entscheiden, können Sie das Konto direkt auf der Webseite der Bank beantragen. Der Kontoantrag kann dann direkt auf der Seite ausgedruckt und nochmal schriftlich bei der Bank eingereicht werden. Zusätzlich ist es notwendig, sich mittels eines Ausweises bei der nächstgelegenen Postfiliale auszuweisen und dort mit Hilfe des PostIdent- Verfahrens seine Identität zu bestätigen. Dann steht einer Geldanlage in Tagesgeld nichts mehr im Wege. Auf das Tagesgeldkonto kann bequem mittels Online-Überweisung Geld eingezahlt und auch wieder abgehoben werden. Für die Tage, an denen Guthaben auf dem Konto ist, zahlt die Bank Zinsen in Höhe des vereinbarten Zinssatzes. Die Zinszahlung erfolgt je nach Bank entweder einmal jährlich, am Ende eines jeden Quartals oder bei manchen Anbietern sogar monatlich. Ohne jegliche Kosten oder Gebühren kann man so zuschauen, wie das Geld auf dem Tagesgeldkonto immer mehr wird. Zugegeben, selbst die besten Zinssätze aus dem Vergleich sind momentan so niedrig, dass der Zuwachs nicht so hoch ist. Aber darum geht es eigentlich auch überhaupt nicht bei Tagesgeld. Sicher haben Sie schon einmal das Wort Inflation gehört, es bezeichnet die schleichende Geldentwertung unserer Währung. Das bedeutet nichts anderes, als dass man heute mit zehn Euro in einem Supermarkt weitaus weniger kaufen kann, als beispielsweise noch vor zehn Jahren. Um sich gegen diesen Kaufkraftverlust zu schützen, ist ein Tagesgeldkonto ideal. Mit minimalem Arbeitsaufwand kann man der Inflation ein Schnippchen schlagen und mit den besten Anbietern aus unserem Vergleich lässt sich sogar noch einen kleiner Realgewinn erwirtschaften. Dabei ist die Geldanlage noch nicht mal einem Risiko ausgesetzt.

Geldanlage – Sicherheit steht an oberster Stelle

Bei der Wahl der neuen Bank für die Geldanlage ist es auch wichtig darauf zu achten, wie Einlagen im Falle einer Insolvenz geschützt wären.Im Verlauf der derzeitigen Finanzkrise, äußern viele Marktteilnehmer immer wieder Bedenken, dass Banken pleite gehen könnten. In der Tat wissen wir alle, dass dies möglich ist und nicht ausgeschlossen werden kann. Das Ersparte aber zuhause unter der Matratze zu verstecken, ist nicht wirklich eine Alternative. Für den Fall einer Bankenpleite hat der Gesetzgeber Vorsorgemaßnahmen beschlossen. Innerhalb der Europäischen Union sind alle Einlagen bei Banken in gleicher Höhe mit einer gesetzlichen Einlagensicherung geschützt. Die Einlagensicherungsgrenze liegt bei 100.000 € pro Sparer. Wer einen Betrag bis zu dieser Höhe bei der Bank anlegt, kann sich sicher sein auch im Insolvenzfall der Bank sein Geld wieder zurück zu erhalten, denn das Einlagensicherungssystem des jeweiligen Landes würden die Anlagesumme zu 100 % erstatten.

 

Bildquelle:

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Hier schreibt Mischa Berg

Mischa Berg ist Herausgeber von Bankenvergleich.de und veröffentlicht seit 2007 News und Kommentare zur Geldanlage in Tagesgeld und Festgeld. Mischa Berg ist auch auf Google+ und Facebook aktiv.
Kategorie: Tagesgeld

2 Kommentare Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Sparbuch und einem Tagesgeldkonto?

Wenn Vermögen hingegen treuhänderisch verwaltet werden und reglementiert, dass NULL „Risiken durch z.B.Spekulationen jedwelcher Art“vorliegen dürften“, eliminierte jene Aktion doch 100%ig
O D E R..!?

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