Reine Vertrauenssache oder Leichtsinn 
Geld an Freunde verleihen – wo liegen die Grenzen?

Beste FreundeFreunde liegen uns am Herzen. Mit ihnen verbringen wir die beste Zeit, erleben starke Gefühle und und teilen die schönsten Erlebnisse. Das ist der Teil vom Leben der Spaß macht, oft das Kontrastprogramm zum Alltagstrott. Freundschaften halten oft ein Leben lang. Da investiert man einiges - aber auch Geld?

Statistiker, Jurist oder die Volksweisheit – wer gibt die Antwort

Ja, normalerweise rechnen wir was aus oder haben ne Statistik parat, die besagt, dass von 100 Privatdarlehen rund so und so viel Prozent platzen. Nein, diesmal müssen wir uns an eine Volksweisheit halten und die besagt:

Bei Geld hört die Freundschaft auf!

Volksweisheiten haben immer einen wahren Kern. Offensichtlich beherzigen diese Volksweisheit aber die wenigsten. Geld an Freunde zu verleihen, scheint ganz normal. Wie wir sehen werden, haben einige Nerds sogar Apps programmiert, um diesen Vorgang schnell und einfach zu gestalten.

Einem Freund etwas abzuschlagen, fällt schwer und man will ja auch nicht herzlos erscheinen. Das Thema immer rein juristisch anzugehen, erscheint auch nicht alltags tauglich – so mit ’nem Vertrag, Zeugen und Unterschriften. Wo aber liegen dann die Grenzen?

Geld an Freunde verleihen – der Betrag macht den Unterschied

viele GeldscheineÜber wie viel Geld reden wir eigentlich? Der Betrag spielt mit Sicherheit eine Rolle! Einem Kumpel oder der besten Freundin nach der gemeinsamen Nacht in der Disco einen Döner auslegen, damit man nicht extra den Umweg zum Geldautomaten machen muss, ist ganz normal! Sollte der sich nach den Wirren dieser Nacht sich nicht mehr daran erinnern können, regt sich doch keiner auf. Im Zweifel schenkt man seinem Freund den kleinen Snack. Da rechnet niemand was auf – nur das Bauchgefühl muss stimmen! Schließlich möchte keiner ausgenutzt werden. Und wenn Du selbst mal ohne Geld unterwegs bist, kannst Du auf Freunde zählen und bekommst zu später Stunde was zu futtern.

Was jetzt wenig oder viel Geld ist und bei welchem Betrag es kein Freundschaftsdienst mehr ist, hängt natürlich sehr von den individuellen Einkommensverhältnissen ab. Die Frage ist dann doch eher ab welchem Geldbetrag ist es für Dich kein Freundschaftsdienst mehr und ab wann belastet ein solcher Gefallen die Freundschaft.

Bei höheren Geldbeträgen sind Nachweise ein echter Freundschaftsbeweis!

Vertrauen muss gegeben seinWer einem Freund ein Darlehen gibt, wird dafür selten Zinsen verlangen. Wer also über ausreichend Mittel verfügt, darf auch einen zinsloses Darlehen vergeben. Trotzdem sollte der „Kredit“ dann öffentlich gemacht werden. Auch hier hört die Freundschaft noch nicht auf. Aber eine echte Freundschaft beruht auf Gegenseitigkeit! Wer von einem Freund einen höheren Geldbetrag leihen möchte, sollte doch damit einverstanden sein, dass dafür Zeugen nötig sind. Die Seite www.rechtsanwalt-news.de gibt uns einige Hinweise, wie das in beiderseitigem Interesse gelöst werden kann. Nämlich durch einen kurzen Vertrag, eine Überweisung auf ein Girokonto oder unter Beisein von Zeugen – zumindest in der analogen Welt sollte das so ablaufen.

Gibt es da ’ne App für?

Das Leben wird mehr und mehr digital und für die meisten Alltagsprobleme gibt es als Lösung eine App. Mobiles Bezahlen, P2P-Kredite, und auch Geld an Freunde, Verwandte und Kinder leihen, das kann jetzt jeder online erledigen.

Lendstar

Mit Lendstar kann der Nutzer Geld verleihen, einsammeln oder vorstrecken. Wenn ein Geschenk für einen gemeinsamen Freund gekauft werden soll, können Nutzer der App zu diesem Zweck eine Gruppe bilden. Ein Bild des Geschenks kann hochgeladen werden und jeder darf Kommentare und Anmerkungen schreiben. Das ist möglich durch die Anbindung an ein Girokonto. Schon jetzt kooperiert Lendstar mit der comdirect bank AG und plant eine Einbindung in das Girokonto der Direktbank. Da wird es sicher nicht mehr lange dauern, bis die Mitbewerber nachziehen.

Cringle

Ist ein Berliner Start-up und kooperiert zum Beispiel mit der DKB. Auch mit Cringle lässt sich einfach Geld von privat zu privat transferieren. Bei Cringle kann jeder kostenlos Geld empfangen. Der Versender zahlt allerdings eine kleine Gebühr.

Payfriendz, Facebook Messenger & CO

Aber offensichtlich ist das Thema interessant und eine Fintechs starten zu diesem Thema mit eigenen Applikationen. Geht es nach Payfriendz, dann dürfen wir Bargeld schon jetzt vergessen. Zumindest, wenn es um Zahlungen unter Freunden geht. Das Ganze soll so einfach wie ein Chat funktionieren.

In den Vereinigten Staaten steht Facebook in den Startlöchern und möchte es Nutzern ermöglichen, Geld einfach und unkompliziert an Freunde zu versenden. Dazu soll der Facebook Messenger genutzt werden und der Kunde muss eine Kreditkarte hinterlegen. Ob der Dienst auch in Europa realisiert wird, ist noch unklar.

Fazit

Das Smartphone als GeldbörseBei Geld hört die Freundschaft also nicht automatisch auf. In Zukunft werden wir es viel leichter haben kleinere Geldbeträge mit Freunden zu teilen, gemeinsam Geschenke zu kaufen oder das Haushaltsgeld der WG zu verwalten. Die Apps erfüllen dabei einen guten Zweck. Sie machen den Vorgang einfach aber auch jederzeit nachvollziehbar. Wir schauen gespannt auf die neuen Möglichkeiten und unsere Empfehlung lautet: Sagt es euren Freunden – das klingt nach einer guten Sache!

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Hier schreibt Thomas Gödert

Online-Redakteur Finanzen. Arbeitet seit 2012 bei BergMedia.net. Thomas Gödert ist auch auf Google+ und Twitter aktiv.
Kategorie: Girokonto, Kredit

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