Falschüberweisung – was tun?

Was nun?Die Banküberweisung ist zwar nach wie vor das am häufigsten genutzte Mittel, um Geld von einem auf das andere Konto zu transferieren, beinhaltet für den Kunden aber nicht nur Vorteile. Ein Nachteil besteht beispielsweise darin, dass das einmal überwiesene Geld nicht ohne Weiteres wieder zurückgeholt werden kann, wie es beispielsweise bei einer Zahlung per Lastschrifteinzug der Fall ist. In der Praxis kommt es durchaus häufiger zu einer Falschüberweisung, die verschiedene Gründe haben kann.

Der wohl häufigste Grund einer falschen bzw. fehlerhaften Überweisung ist, dass der Zahlungspflichtige Konto oder Bankleitzahl des Empfängers nicht korrekt angibt. Zu solchen Fehlern kann es sowohl bei einer Online-Überweisung als auch bei einer beleghaften Überweisung kommen. Darüber hinaus kommt eine falsche Überweisung ebenfalls häufiger vor, weil versehentlich der falsche Betrag angewiesen wird. Sollte beispielsweise ein Dreher in der Kontonummer vorhanden sein, so ist die Chance relativ groß, dass die fehlerhafte Überweisung nicht ausgeführt werden kann, weil die falsche Kontonummer in Verbindung mit der jeweiligen Bankleitzahl nicht existiert. Andernfalls stellt sich jedoch die Frage, wie sich der Zahlungspflichtige bei einer Falschüberweisung verhalten sollte.

Was ist bei einer Falschüberweisung zu tun?

Jetzt handeln!Falls der Kunde bemerkt, dass er eine fehlerhafte Überweisung eingereicht hat, müssen mehrere Schritte erfolgen. Zunächst einmal sollte man so schnell wie möglich seine Bank informieren, denn mitunter kann die Ausführung der Überweisung noch verhindert werden. Oftmals werden die Daten nämlich zunächst einige Stunden gespeichert, bevor der Überweisungsauftrag dann über die Computersysteme tatsächlich ausgeführt wird. Sollte die Ausführung bereits erfolgt sein, so hat die Bank des Zahlungspflichtigen die Möglichkeit, sich mit dem Kreditinstitut des Zahlungsempfängers in Verbindung zu setzen. Einfach wieder gutschreiben kann die Bank den Betrag allerdings nicht, sondern es ist banktechnisch vom Einverständnis des – wenn auch falschen – Empfängers abhängig, ob eine Rücküberweisung des Betrages erfolgen kann. Weigert sich der falsche Empfänger, so müsste der Zahlungspflichtige zivilrechtliche Schritte einleiten. Die gleichen Schritte sind natürlich auch dann vorzunehmen, falls weder Bankleitzahl noch Kontonummer fehlerhaft waren, sondern ein nicht korrekter Betrag überwiesen wurde.

Warum ist SEPA in Bezug auf Falschüberweisungen von Vorteil?

Die SEPA Umstellung ab 2014Seit August 2014 fallen die bisherigen Kontonummern und Bankleitzahlen auf Überweisungen weg, da sie im Zuge von SEPA durch IBAN ersetzt werden. Beim IBAN handelt es sich um eine spezielle Nummer, die sich im Wesentlichen aus einer Kennziffer für den Standort der Bank (Land), der Bankleitzahl und der Kontonummer des Kunden zusammensetzt. Darüber hinaus gibt es eine Prüfziffer, die unter anderem den Vorteil hat, dass bei einer nicht korrekten IBAN-Nummer sofort eine Fehlermeldung erscheint. In diesem Fall würde die Überweisung umgehend gestoppt werden. Sollte sich ein Kunde also beispielsweise im Zuge des Online-Bankings zukünftig bei der IBAN-Nummer verschreiben, so würde dies definitiv auffallen. Bezüglich etwaiger Falschüberweisungen ist SEPA also vorteilhaft. Dies gilt allerdings selbstverständlich nur unter der Voraussetzung, dass der Zahlungspflichtige falsche Empfängerdaten erfasst. Wer hingegen einen falschen Betrag überweist, der kann natürlich nicht erwarten, dass dieser Fehler dem System auffällt.

Nützliche Tipps für den Verbraucher

Jeder, der Online-Banking nutzt, kann eine einmal angelegte Überweisung als Vorlage speichern. Damit erspart sich der Nutzer das erneute Abtippen der IBAN-Nummer. Steht die nächste Überweisung an, müssen lediglich der Betrag und der Verwendungszweck neu eingetippt werden. Das spart Zeit und reduziert die Fehlerquellen!

Wer sein Girokonto bei der ING-DiBa oder der Comdirect Bank führt, kann sich die Tipperei ganz sparen! Die Apps für das Smartphone erlauben es, die Rechnungen oder den Überweisungsträger einfach zu fotografieren. Die App erkennt dann alle wichtigen Daten und füllt die nötigen Felder aus. Das ist wirklich erstaunlich und für den Verbraucher eine echte Hilfe!

Bildquelle:

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Hier schreibt Thomas Gödert

Online-Redakteur Finanzen. Arbeitet seit 2012 bei BergMedia.net. Thomas Gödert ist auch auf Google+ und Twitter aktiv.
Kategorie: Girokonto

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