Verluste ausgeschlossen 
Was sind mündelsichere Geldanlagen?

Mündelsichere GeldanlagenBanken und Finanzdienstleister werben häufig damit, dass die angebotenen Geldanlagen mündelsicher sind und daher bei der Anlage keinerlei Risiken zu erwarten sind. Viele Verbraucher investieren aus diesem Grund in die angebotenen Produkte. Doch was genau sind eigentlich mündelsichere Geldanlagen? Welche Geldanlagen dürfen als mündelsicher bezeichnet werden und sind die als mündelsicher beworbenen Produkte tatsächlich alle mündelsicher? Die Praxis zeigt, dass genau das häufig nicht der Fall ist.

Wann ist eine Geldanlage mündelsicher?

Fast jeder Anleger kennt den Begriff der Mündelsicherheit und wurde bei der Bank oder Versicherung schon mit ihm konfrontiert. Doch was genau bedeutet es, wenn eine Anlage mündelsicher ist? Ist diese Geldanlage dann wirklich frei von jeglichen Risiken?

Als mündelsicher kann und darf eine Geldanlage nur dann bezeichnet werden, wenn ausgeschlossen ist, dass der Anleger einen Verlust erwirtschaftet. Ein bekannter Klassiker ist das Sparbuch. Das ist aber aufgrund der Zinsen, die dort geboten werden, kein zeitgemäßes Produkt mehr. Tagesgeldkonten mit dauerhaft guten Zinsen, wie etwa vom Anbieter MoneYou oder der Renault Bank direkt überzeugen da mehr! Das sind konkrete Beispiele, die sich Interessierte schon einmal ansehen können. Auch Festgelder gelten als mündelsicher. Das Gute, diese Produkte sind einfach zu verstehen und sehr schnell eröffnet.

Ein Verlust kann vor allem dann eintreten, wenn zum Beispiel das Geldinstitut, bei dem die Anlage getätigt wurde, zahlungsunfähig wird. Legt ein Kunde also Geld auf einem Sparbuch an, so ist das Sparbuch nur dann mündelsicher, wenn ausgeschlossen ist, dass die Bank pleite geht oder für den Kunden ein Verlust aus der Anlage entsteht. In Deutschland sind die meisten Kreditinstitute durch den sogenannten Einlagensicherungsfonds vor genau diesem Szenario geschützt. Es gibt jedoch auch Banken, die nicht dem Einlagensicherungsfonds angeschlossen sind. Bei diesen Banken sollten Verbraucher daher sehr vorsichtig sein. In der Regel können Sparbücher und Tagesgeldkonten bei Banken jedoch zu den mündelsicheren Anlageformen gezählt werden.

Eine Geldanlage kann weiterhin als mündelsicher bezeichnet werden, wenn Verluste aus der Anlage selbst ausgeschlossen sind. Solche Verluste können zum Beispiel durch Kursschwankungen eines Wertpapiers entstehen. Eine Anlage in Aktien kann daher nicht als mündelsicher bezeichnet werden, da das Wertpapier enormen Kursschwankungen ausgesetzt ist, die zu Verlusten führen können.

Welche gesetzlichen Regelungen zur Mündelsicherheit gibt es?

Auch der Gesetzgeber meldet sich bei diesem ThemaIn Deutschland ist die Mündelsicherheit von Geldanlagen im Gesetz sehr genau geregelt. Die entsprechenden Rechtsgrundlagen zur Mündelsicherheit stehen im § 1807 BGB. Dieser und die übergeordneten Paragrafen regeln eigentlich die Vormundschaft und dabei spielt natürlich auch die Verwaltung des Geldes eine Rolle. Diese darf nicht zum Nachteil des Mündels getätigt werden. Zu den mündelsicheren Geldanlagen können insbesondere die Anleihen des Bundes gezählt werden. Dazu gehören Bundesschatzbriefe, Finanzierungsschätze und andere Bundesanleihen. Auch Länderanleihen und alle Anleihen mit Landes- und Staatsgarantie können als mündelsicher bezeichnet werden. Zu den mündelsicheren Anlagen zählen weiterhin inländische Hypotheken- und Rentenschulden. Es zählen jedoch nicht automatisch alle Konten oder Sparbücher bei Banken und anderen Finanzdienstleistungsunternehmen zu den mündelsicheren Geldanlagen. Die Konten bei Banken müssen ausdrücklich für geeignet erklärt werden, bevor sie als mündelsicher beworben werden dürfen.

„Der Vormund hat das zum Vermögen des Mündels gehörende Geld verzinslich anzulegen, soweit es nicht zur Bestreitung von Ausgaben bereitzuhalten ist.“§ 1806 Anlegung von Mündelgeld


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Ist die Mündelsicherheit ein Sicherheitsmerkmal für die Geldanlage?

Fragen und AntwortenBanken und andere Finanzdienstleistungsunternehmen werben sehr gerne damit, dass die angebotenen Produkte mündelsicher sind. Sie wollen Verbraucher auf diese Weise dazu bewegen, zu investieren bzw. Geld anzulegen. Verbraucher sollten vor jeder Anlage jedoch genau prüfen, ob das angebotene Produkt tatsächlich mündelsicher ist. Als mündelsicher dürfen, wie bereits erwähnt, nur Anlageformen bezeichnet werden, bei denen für den Kunden kein Verlust entstehen kann. Vielen Banken und Versicherungen preisen jedoch auch spezielle Investmentfonds als mündelsicher an. Ein Investmentfonds ist jedoch niemals vor Verlusten geschützt. Für Anleger besteht immer ein gewisses Risiko, Verluste durch die Anlage in Fonds zu erwirtschaften. Aber warum dürfen Finanzdienstleistungsunternehmen dann überhaupt mit dem Qualitätsmerkmal der Mündelsicherheit werben, wenn es sich bei der angebotenen Anlage um einen Investmentfonds handelt?

Diese Tatsache hat historische und gesetzliche Ursprünge. In der Vergangenheit wurden gesetzlich in Ausnahmefällen auch einzelne Investmentfonds als mündelsichere Anlagen genehmigt. Diese Fonds wurden als sehr sicher und somit als mündelsicher eingestuft. In den folgenden Jahren haben viele dieser Fonds jedoch große Verluste erzielt. Die Praxis hat also gezeigt, dass die Fonds nicht mündelsicher sind. Banken und Finanzdienstleistungsunternehmen werben jedoch noch immer damit, dass bestimmte Fonds mündelsicher sind. Investmentfonds sind jedoch unter keinen Umständen mündelsicher und unterliegen immer Kursrisiken. Die Mündelsicherheit kann daher nicht als Qualitätsmerkmal für eine Geldanlage herangezogen werden. Verbraucher sollten vor jeder Anlage genau prüfen, ob die Kriterien der Mündelsicherheit tatsächlich erfüllt sind und erst dann in die entsprechenden Produkte investieren. Bei Aktien- und Investmentfonds ist die Mündelsicherheit jedoch ausgeschlossen.


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Hier schreibt Thomas Gödert

Online-Redakteur Finanzen. Arbeitet seit 2012 bei BergMedia.net. Thomas Gödert ist auch auf Google+ und Twitter aktiv.
Kategorie: Depot, Festgeld, Tagesgeld

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