Sind Reiseschecks noch zeitgemäß?

ReisescheckReiseschecks waren lange Zeit der sicherste Weg, auf Reisen und im Urlaub unkompliziert an Bargeld zu kommen. Schließlich werden sie selbst bei Diebstahl unbürokratisch und schnell ersetzt. Allerdings hat der bargeldlose Zahlungsverkehr vor allem in Gestalt von Kreditkarten den Traveller's Cheques stark zugesetzt. Ist der Reisescheck heute überhaupt noch zeitgemäß?

Warum Reiseschecks?

Wer ins Ausland reist, muss sich immer die Frage stellen, wie viel Bargeld mitgenommen werden soll. Die Gefahr des Verlustes größerer Bargeldsummen durch Diebstahl oder andere Ereignisse spielte stets eine entscheidende Rolle. Die Reiseschecks oder auch Traveller’s Cheque genannten Papiere sind allerdings keine Schecks im eigentlichen Sinne. Man bestellt sie gegen Gebühr beim Kreditinstitut, das sie vom jeweiligen Aussteller (z.B. Kreditkartenfirmen) besorgt und dem Kunden zur Verfügung stellt. Der große Unterschied zu normalen Schecks: Sie werden im Voraus bezahlt, gegen Bargeld eingetauscht und entsprechen immer der gewünschten Fremdwährung. Ein Beispiel: Möchte man in die USA reisen, bestellt man bei der Hausbank Reiseschecks über eine bestimmte Summe. Aus praktischen Gründen werden die Reiseschecks ähnlich wie Geldscheine in unterschiedlichen Nennwerten ausgegeben, damit der Kunde stets flexibel bleibt und keine allzu großen Mengen an Bargeld mit sich herumtragen muss. Diese Summe wird dann in der Regel direkt dem Girokonto im Voraus belastet. Im Zielland kann man dann bei den einlösenden Stellen (fast alle Banken, Postämter und manchmal sogar auch Geschäfte) den Reisescheck gegen Geld eintauschen.

Wie sicher sind Reiseschecks?

Sicherheit ist für die Familie wichtig!Die Sicherheit der Reiseschecks gilt als sehr hoch. Schon beim Erhalt muss der Kunde alle Exemplare unterschreiben. Beim Einlösen des Reiseschecks wird dann eine zweite Unterschrift verlangt, die natürlich mit der ersten übereinstimmen muss. Ein Missbrauch ist damit allerdings nicht völlig ausgeschlossen. Viel wichtiger: Kommen die Reiseschecks abhanden, kann man sie – ähnlich einer Kreditkarte – sofort sperren lassen und bekommt meist innerhalb von 24 Stunden Ersatz geliefert. Somit bleibt man auch bei einem Diebstahl im Reiseland nie ohne Bargeld.

Vorteile und Nachteile

Der Hauptvorteil des Reiseschecks liegt also in der Sicherheit. Allerdings muss man schon im Voraus festlegen, wie viel Geld man auf die Reise mitnehmen möchte. Das ist nicht immer genau zu planen. Und obwohl man sich den Aufwand des Geldwechsels im Zielland mit den Traveller’s Cheques ersparen kann und damit unter Umständen Geld spart, kann es natürlich zwischenzeitlich zu (positiven wie negativen) Währungsschwankungen kommen. Das ist beim Vorab-Eintausch von Bargeld aber nicht anders. Natürlich tauscht die Hausbank übrig gebliebene Reiseschecks später problemlos wieder um – dann allerdings auch zum aktuellen Wechselkurs.

Ein Nachteil ist sicherlich die Begrenzung auf bestimmte Währungen, ein Problem, das man bei Kreditkarten nicht hat. Das wird aber durch die Akzeptanz von Euro, Dollar und anderen Hauptwährungen in den meisten (auch weniger entwickelten) Ländern relativiert, in denen man mit elektronischen Zahlungsmitteln oft überhaupt nicht zahlen kann.

Ein weiterer Nachteil ist, dass man stets die Rechnungsbelege getrennt von den Reiseschecks aufbewahren muss, denn im Falle des Verlustes kann man so besser nachvollziehen, welche Schecks bereits von einem selbst verwendet wurden. Wichtig: Ohne die Kaufabrechnung der Bank, bei der man die Schecks erworben hat, ist eine Erstattung meist nicht möglich!

Alternativen zu den Reisechecks

Die Kreditkarte bietet im Ausland vorteileHeute kann man im Euro-Zahlungsraum ohne jede Wechselkursschwankung reisen und die heimische EC-Karte oder Kreditkarten (» Vorteile bei der Reise) wie im Heimatland einsetzen. Wie hoch die Gebühren dafür sind, hängt von den jeweiligen Banken ab; es gibt durchaus auch Angebote für weltweit kostenlose Abhebung von Bargeld. Zur reinen Bargeld-Versorgung werden Reiseschecks im Euroraum daher nur noch selten eingesetzt. Auch der Diebstahlschutz ist bei Verlust einer EC- oder Kreditkarte kaum schlechter. Fremdwährungen werden in der Regel zum Tageskurs abgerechnet, der bei der Abhebung gültig war. Dadurch ist das Wechselkursrisiko vergleichbar mit dem beim täglichen Eintausch von Bargeld. Außerhalb der Euro-Zone können Reiseschecks nach wie vor eine sehr sinnvolle Ergänzung zu Bargeld und Kreditkarte sein, denn mit einem Mix ist man auf alle Eventualitäten bestens vorbereitet und deckt eine größtmögliche Akzeptanz der jeweiligen Zahlungsmittel ab.


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Hier schreibt Thomas Gödert

Online-Redakteur Finanzen. Arbeitet seit 2012 bei BergMedia.net. Thomas Gödert ist auch auf Google+ und Twitter aktiv.
Kategorie: Girokonto, Kreditkarte

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