Mit Teilzahlungsfunktion 
Kreditkarten mit flexibler Rückzahlung

Kreditkarte mit flexibler RückzahlungViele Kreditkarten verdienen diesen Namen gar nicht. Entweder funktionieren sie auf Guthaben-Basis, oder jeder Umsatz wird sofort dem Girokonto belastet. Echte Kreditkarten räumen dagegen einen Verfügungsrahmen ein. Auf Wunsch muss die aufgelaufene Summe aber nicht jeden Monat auf einmal zurückgezahlt werden, sondern es besteht die Möglichkeit der flexiblen Teilzahlung.

Gratis-Kreditkarten leisten oft nicht mehr als die EC-Karte

Viele Banken werben für ihre Girokonten mit einer kostenfreien Kreditkarte. Beim Blick ins Kleingedruckte stellt sich aber häufig heraus, dass gar kein Kreditrahmen vorhanden ist. Von der Funktion her handelt es sich also um eine Debit Card, genau wie die EC-Karte (die eigentlich schon seit mehr als zehn Jahren Girocard heißt, aber dieser Begriff will sich wohl nicht durchsetzen).

Nicht anders ist es mit Prepaid-Kreditkarten. Auch sie stellen keinen Kredit bereit, sondern der Kunde kann sich nur im Rahmen des zuvor aufgeladenen bzw. auf das Kartenkonto eingezahlten Guthabens bewegen. Der große Vorteil: man behält die Kontrolle über seine Ausgaben, kann nicht mehr ausgeben – oder im Betrugsfall verlieren – als sein Guthaben und erhält eine Prepaid-Karte auch, wenn es mit den Finanzen ansonsten nicht so rosig aussieht, zum Beispiel bei geringem Einkommen oder negativen SCHUFA-Einträgen.

Die Charge Card ist die klassische Form der Kreditkarte

Die Lösung ist nicht immer offensichtlichDer Name Charge Card führt den deutschen Nutzer zunächst in die Irre, weil er bei dem englischen Wort „charge“ zunächst an das Aufladen eines Akkus denkt – aufgeladen werden im übertragenen Sinn jedoch die Prepaid-Karten. Charge bedeutet aber auch Berechnung, und so ist es hier gemeint. Die Charge Card ist der in Deutschland am meisten verbreitete Kreditkartentyp. Dem Karteninhaber wird ein monatlicher Verfügungsrahmen eingeräumt. Zu einem vereinbarten Stichtag wird die Kartennutzung, also alle Einkäufe und das Abheben von Bargeld, abgerechnet. Den fälligen Betrag zieht der Emittent, der Herausgeber der Karte, vom Girokonto ein. Danach ist das Kartenkonto ausgeglichen und der Kreditrahmen steht erneut zur Verfügung.

Innerhalb des Abrechnungszeitraums ist der Zahlungsaufschub kostenlos, es fallen also keine Zinsen an. Damit ist die Charge Card eine interessante Alternative zum Überziehen des Girokontos, denn die Zinsen für den Dispokredit liegen auch in einer Phase niedriger Zinsen häufig noch im zweistelligen Prozentbereich.

Ratenzahlung dank Revolving Credit

Euro Münzen und ScheineDer gute Vorsatz, Kreditkarten-Schulden monatlich zurückzuzahlen, ist bei Ausnutzung eines hohen Verfügungsrahmens vielleicht nicht immer durchzuhalten. Für diese Fälle bieten viele Karten eine flexible Rückzahlung, international Revolving Credit genannt. Die zugehörigen Karten heißen Revolving Cards oder Credit Cards, denn nur hier gibt es einen wirklichen Kredit. In der Praxis gehen die Funktionen von Charge und Credit Cards recht fließend ineinander über.

Üblicherweise wurde eine Bonitätsprüfung für die Kreditvergabe bereits beim Festsetzen des Kartenlimits durchgeführt, so dass für die Teilzahlung keine weiteren Nachweise eingereicht werden müssen.

Die zum Stichtag aufgelaufene Summe braucht bei Nutzung der flexiblen Rückzahlung nicht in einem Betrag gezahlt werden, sondern wird auf mehrere Raten verteilt. In der Praxis funktioniert das so: der Emittent der Karte verlangt eine zuvor festgelegte Mindestrate, zum Beispiel 500 EUR. Was darüber hinaus geht, belastet die Kreditkarte im Folgemonat. Allerdings ist dieser Zahlungsaufschub dann nicht mehr kostenlos. Die Zinsen sind hier oft höher als die Forderungen, die Banken für einen Dispokredit auf dem Girokonto verlangen. Und jeder weitere Kartenumsatz erhöht diesen zinspflichtigen Kredit.

Flexibilität mit Risiken

Diese Risikoklassen gibt es im WertpapiergeschäftHerausgeber von Kreditkarten lassen sich die finanzielle Flexibilität ihrer Kunden bezahlen. Mit der Beachtung einiger Tipps können Sie Zinsen sparen, vor allem aber die Risiken einer Schuldenfalle durch die Teilzahlungsfunktion reduzieren.

Stellen Sie möglichst sicher, dass der Abrechnungsbetrag der Karte am Monatsende komplett eingezogen werden kann. Wenn Sie in einem Urlaubsmonat Hotel, Mietwagen und Restaurants mit Kreditkarte bezahlen, sollten Sie das Urlaubsbudget auf dem Konto angespart haben.
Vergleichen Sie die Zinsen Ihrer Kreditkarte mit dem Dispozins Ihres Girokontos. Möglicherweise ist es billiger, das Konto zu überziehen. Dauert die Rückzahlung länger, schulden Sie auf einen Ratenkredit um. Er kostet nur einen Bruchteil dessen, was für den Dispo fällig ist.
Nutzen Sie die Kreditkarte überlegt, auch wenn die Nutzung der Kreditkarte zunächst keinen Mittelabfluss von Ihrem Konto bewirkt. Das gilt umso mehr, wenn wegen der Teilzahlung noch Beträge aus dem Vormonat offen sind. Notieren Sie die Ausgaben, zum Beispiel in einer Haushaltsbuch-App auf dem Smartphone, und kontrollieren Sie den Kontostand regelmäßig. Oft geht das online tagesaktuell, Sie müssen nicht auf die Monatsrechnung warten.

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Hier schreibt Mischa Berg

Mischa Berg ist Herausgeber von Bankenvergleich.de und veröffentlicht seit 2007 News und Kommentare zur Geldanlage in Tagesgeld und Festgeld. Mischa Berg ist auch auf Google+ und Facebook aktiv.
Kategorie: Kreditkarte

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